15 May 2026, 08:13

KNDS verhandelt über Mercedes-Werk in Ludwigsfelde für Militärfahrzeug-Produktion

Gruppe von gepanzerten Militärfahrzeugen auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Metallzaun links und einer Flagge an einem Fahrzeug.

KNDS verhandelt über Mercedes-Werk in Ludwigsfelde für Militärfahrzeug-Produktion

KNDS, ein deutsch-französischer Hersteller von gepanzerten Fahrzeugen, verhandelt über die Übernahme des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde. Sollte das Geschäft zustande kommen, könnte die Produktion von Militärfahrzeugen dort die bisherige Herstellung von Transportern ablösen. Die Gespräche laufen noch, eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der Pläne von KNDS, die Produktion um eine Milliarde Euro auszubauen, um die steigende Nachfrage nach Panzern und militärischem Transportmaterial zu bedienen. Parallel wird auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück für eine ähnliche Umstellung der Produktionsschwerpunkte geprüft.

Aktuell nutzt Mercedes-Benz das Werk in Ludwigsfelde für die Fertigung von Fahrgestellen des Sprinter. Diese Produktion soll jedoch bis etwa 2030 nach Polen verlagert werden. Bevor eine vollständige Übernahme erfolgt, loten KNDS und Mercedes derzeit eine teilweise Anmietung des Standorts aus. Dies würde es ermöglichen, die Herstellung von Militärfahrzeugen schrittweise neben der bestehenden Transporterproduktion aufzunehmen.

KNDS hat seine deutschen Aktivitäten bereits ausgebaut und im vergangenen Jahr das Alstom-Werk in Görlitz übernommen. Nun plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten zu investieren. Die Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen ist stark gestiegen, insbesondere da die Bundeswehr in den nächsten Monaten bis zu 3.000 radgepanzerte Fahrzeuge vom Typ Boxer ordern will.

Unabhängig davon prüft Volkswagen Optionen für das Werk Osnabrück, nachdem die aktuelle Produktion dort 2027 ausläuft. Das Unternehmen steht mit mehreren Marktteilnehmern in Verhandlungen – darunter auch KNDS –, um eine „zukunftsfähige Perspektive“ für den Standort zu finden. Konkrete Pläne für eines der beiden Werke gibt es zwar noch nicht, doch die Gespräche laufen weiter.

Eine mögliche Übernahme des Ludwigsfelder Werks durch KNDS würde auch die Belegschaft und die vorhandene Infrastruktur umfassen. Bei einer Genehmigung könnte der Standort zu einem zentralen Produktionsstandort für Militärfahrzeuge werden. Auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück könnte – abhängig von den laufenden Verhandlungen – eine ähnliche Umwidmung erfahren.

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Die deutsche Rüstungsindustrie bereitet sich unterdessen auf eine Steigerung der Produktion vor, da neue Aufträge für gepanzerte Fahrzeuge bevorstehen.

Quelle