Koblenz feiert ökumenischen Abend mit Kunst, Musik und tiefgründiger Reflexion
Reingard FaustKoblenz feiert ökumenischen Abend mit Kunst, Musik und tiefgründiger Reflexion
Ökumenischer Abend in Koblenz: Kunst, Musik und Reflexion im Zeichen menschlicher Kreativität
In der Koblenzer Herz-Jesu-Kirche fand ein besonderer interreligiöser Gottesdienst statt, der Kunst, Musik und Besinnung verband. Lokale Kulturschaffende gestalteten gemeinsam einen Abend, der sich ganz dem menschlichen Schaffen und der Selbstvervollkommnung widmete. Gleichzeitig eröffnete die Veranstaltung eine Kunstausstellung im Künstlerhaus Metternich und erweiterte so den Dialog über die Kirchenmauern hinaus.
Die Feier am 10. März 2026 wurde von zwei prominenten Geistlichen geleitet: Superintendent Rolf Stahl von der Evangelischen Kirche und Dechant Thomas Darscheid von der Katholischen Kirche. Ihre Zusammenarbeit unterstrich den ökumenischen Geist des Abends. Organist Joachim Aßmann begleitete die Veranstaltung mit einem Spiel auf der großen Kirchenorgel.
Professor Wolf-Andreas Liebert von der Universität Koblenz hielt einen Hauptvortrag über Kreativität und die Zwänge der Selbstoptimierung. Dabei prägte er den Begriff "ersöchpferisch" – eine spielerische Wortschöpfung aus "erschöpft" und "schöpferisch". Doch der Ausdruck fand über den Abend hinaus keine Verbreitung; es gibt keine Hinweise darauf, dass er bis 2026 lokale künstlerische oder theologische Debatten beeinflusst hätte.
Im Anschluss an den Gottesdienst begaben sich die Besucher ins Künstlerhaus Metternich, wo die Vereinigung Bildender Künstler Mittelrhein (AKM) eine Ausstellung zeigte. Darunter befand sich auch Barbara Gröbls Installation "Mensch", die noch bis zum 15. März in der Herz-Jesu-Kirche zu sehen ist. Das Werk setzt sich mit den Widersprüchen des menschlichen Daseins auseinander und spiegelte damit die Themen von Ringen und Schaffen wider, die den Abend prägten.
Die Veranstaltung brachte Glaube, Wissenschaft und Kunst in einem seltenen Moment der gemeinsamen Reflexion zusammen. Gröbls Installation zieht weiterhin Besucher an, während die Ausstellung im Künstlerhaus Metternich die an jenem Abend angestoßenen Ideen vertieft. Von Lieberts geprägten Begriff "ersöchpferisch" zeugt in Koblenzer Kultur- oder Theologiekreisen jedoch keine nachhaltige Wirkung.
