07 March 2026, 02:10

Kretschmanns scharfe Abrechnung mit CDU-Herausforderer vor der Landtagswahl

Ein deutscher Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Kretschmann kritisiert CDU-Ideen: "Das machen wir schon" - Kretschmanns scharfe Abrechnung mit CDU-Herausforderer vor der Landtagswahl

Baden-Württembergs langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seinen CDU-Herausforderer Manuel Hagel scharf kritisiert, ihm vorgeworfen, alte Ideen lediglich aufzuwärmen. Der Grünen-Politiker, der nach drei Amtszeiten zurücktritt, bezeichnete Hagels Wahlkampf im Vorfeld der Landtagswahl am Sonntag als ideenlos. Die Abstimmung wird über seine Nachfolge entscheiden – Umfragen sehen beide großen Parteien mit jeweils 28 Prozent Kopf an Kopf.

Kretschmann nahm insbesondere Hagels Politikvorschläge ins Visier und warf ihm vor, diese seien repetitiv und ohne innovativen Ansatz. Die Schwerpunkte des CDU-Kandidaten – KI, Mobilität, Photonik, Robotik und Verteidigung – spiegelten lediglich bestehende Projekte wider, die bereits umgesetzt würden. Auch Hagels Pläne für einen neuen Sicherheitsrat und ein Wirtschaftsexpertengremium stießen auf Skepsis: Kretschmann verwies darauf, dass ähnliche Gremien unter anderen Namen bereits tätig seien.

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Die Wahl markiert einen Wendepunkt in der politischen Geschichte des Landes. Nach Jahrzehnten der CDU-Dominanz von 1953 bis 2011 übernahmen die Grünen 2011 die Regierung – ausgelöst durch Proteste gegen Stuttgart 21 und die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Kretschmann wurde damals erster grüner Ministerpräsident und führte seither eine Koalition mit der CDU, die die Landespolitik maßgeblich prägte. Nun ist der Wahlkampf angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen wie den prognostizierten 25.000 Industriearbeitsplatzverlusten bis 2025 besonders hart umkämpft.

Hagel, Landes- und Fraktionsvorsitzender der CDU, strebt an, das Ministerpräsidentenamt für seine Partei zurückzuerobern. Die Grünen setzen demgegenüber auf Cem Özdemir, ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister, als ihren Kandidaten. Kretschmann hat Özdemir öffentlich unterstützt und in der heißen Phase des Wahlkampfs dessen Erfahrung und politische Tiefe gelobt.

Die Entscheidung am Sonntag wird zeigen, ob Baden-Württemberg unter grüner Führung bleibt oder wieder unter die CDU-Regentschaft zurückkehrt. Das Ergebnis hängt davon ab, wie die Wähler auf die wirtschaftlichen Herausforderungen und die konkurrierenden Visionen der Kandidaten reagieren. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen in den Umfragen könnte das Ergebnis die politische Ausrichtung des Landes für Jahre prägen.

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