13 June 2026, 12:07

Kulturministers peinliche Gedichte: Aktivistin spendet Weimers umstrittene Jugendlyrik

"Pilzdeckel" für alle

Kulturministers peinliche Gedichte: Aktivistin spendet Weimers umstrittene Jugendlyrik

Die Aktivistin Martha Root hat die frühe Gedichtsammlung Kopfpilz des Kulturministers Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek gespendet. Der 1986 im Selbstverlag erschienene Band enthält umstrittene und damals verrissene Gedichte. Root stellte das Werk zudem als kostenlosen Download auf Archive.org zur Verfügung – eine bewusste Provokation gegenüber Weimers Haltung zur Bewahrung physischer Medien.

Die Übergabe erfolgte im Mai 2023. Root filmte die Aktion, verkleidet als pinkfarbener Power Ranger, um anonym zu bleiben. Die Bibliothek benötigte Zeit zur Katalogisierung, weshalb sich die offizielle Freigabe für die Öffentlichkeit verzögerte.

Kopfpilz umfasst Gedichte wie Vorfreude, das mit plump-grotesken Versen über den Tod aufwartet, oder Unglück, das grafische und gewalttätige Darstellungen sexualisierter Übergriffe enthält. Kritiker bezeichnen die Sammlung als peinliches Konglomerat lyrischer Fehltritte.

Weimers Ministerium geriet zunächst wegen der Erweiterungspläne der Bibliothek unter Beschuss und deklarierte die Entscheidung später als „Moratorium“. Root wirft dem Minister vor, sich nicht mit seinem frühen Werk auseinanderzusetzen – besonders problematisch angesichts seiner heutigen gestalterischen Rolle in der Kulturpolitik. Um die Debatte weiter zu schüren, plant sie, ein physisches Exemplar von Kopfpilz zu versteigern; der Erlös fließt in die Leseförderungsinitiative Lesen Hilft.

Die Gedichtsammlung ist nun sowohl physisch als auch digital zugänglich. Roots Aktionen rücken Weimers frühes Schaffen und seine aktuelle kulturpolitische Verantwortung ins Rampenlicht. Die Versteigerung unterstützt einen guten Zweck – und hält die Diskussion am Leben.

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