Landkreis verbietet Proteste - Bauern wehren sich - Landwirte klagen gegen Autobahn-Protestverbot auf der A11
Landwirte in Nordostdeutschland ist es untersagt worden, auf der Autobahn A11 Proteste abzuhalten, nachdem lokale Behörden ein Verbot verhängt haben. Die für den Zeitraum vom 11. bis 17. Januar geplanten Kundgebungen richteten sich gegen das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen am Grenzübergang Pomellen nach Polen. Die Organisatoren haben nun rechtliche Schritte gegen die Entscheidung eingeleitet.
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald erließ das Verbot nur wenige Tage, nachdem ähnliche Proteste in der gesamten Region den Zugang zu Autobahnen blockiert hatten. Die Landwirte hatten die Aktion im Voraus angemeldet und sich mit polnischen Kollegen abgestimmt, um die A11 an der Grenze zu sperren. Der Schritt folgt auf die Zustimmung der EU-Vertreter zum umstrittenen Handelsabkommen mit Südamerika am vergangenen Freitag.
Olaf Schumann, Vorstandsmitglied des Landwirteverbandes Land schafft Verbindung, bestätigte das Verbot und kündigte an, beim Verwaltungsgericht Rostock Widerspruch eingelegt zu haben. Er betonte, dass die Versammlungsfreiheit in Deutschland ein zentrales Grundrecht bleibe, und äußerte die Hoffnung, dass die Demonstration dennoch stattfinden könne. Die Kreisbehörden verteidigten ihre Entscheidung und bezeichneten die geplante Protestaktion als "unverhältnismäßig" angesichts der Umstände. Zudem wiesen sie darauf hin, dass Autobahnen selten als geeignete Orte für öffentliche Versammlungen gelten, da sie die angestrebte Öffentlichkeit nicht wirksam erreichten.
Das Verbot stoppt eine ganze Woche anhaltende Proteste gegen das EU-Mercosur-Abkommen, das Kritiker als Bedrohung für die europäische Landwirtschaft ansehen. Da die Organisatoren nun juristisch gegen die Entscheidung vorgehen, wird das Rostocker Gericht entscheiden, ob die Demonstration doch noch genehmigt wird. Das Urteil könnte Präzedenzfall für künftige Proteste auf wichtigen Verkehrswegen schaffen.
