Linken fordern armutsfeste Rente für alleinerziehende - Linken fordern armutsfeste Rente für alleinerziehende
Deutschlands Rentensystem gerät unter wachsenden Druck: Alleinerziehende drohen besonders von Altersarmut betroffen zu sein
Die Linkspartei Thüringen warnt vor den Risiken der Altersarmut für Alleinerziehende und nennt prekäre Beschäftigung, Teilzeitarbeit und niedrigere Renten als Hauptgründe, die viele später in finanzielle Unsicherheit stürzen. Gleichzeitig fordern Abgeordnete und Aktivisten Reformen, um benachteiligte Gruppen besser abzusichern.
Die sozialpolitische Sprecherin der Linken, Katja Maurer, drängt auf schnelle Maßnahmen, um armutsfeste Renten für Alleinerziehende zu garantieren. Sie schlägt den Ausbau von Betreuungsangeboten sowie eine faire Vergütung für unbezahlte Care-Arbeit vor. Damit soll die finanzielle Belastung von Eltern, die ihre Kinder allein großziehen, verringert werden.
Erst kürzlich hat der Bundestag ein Rentenreformpaket verabschiedet, das die Rentenhöhe stabilisieren soll. Dazu gehören Steuererleichterungen für arbeitende Rentner und die Ausweitung der Mütterrente. Kritiker monieren jedoch, dass die Reformen systemische Lücken nicht ausreichend schließen. Die Thüringer Linke geht weiter und fordert eine Mindestrente von mindestens 1.300 Euro netto pro Monat – auch für Alleinerziehende. Ihr Plan sieht höhere Abgaben von Spitzenverdienern und eine Besteuerung von Kapitaleinkünften vor. Zudem soll der schrittweise Anstieg des Renteneintrittsalters auf 67 gestoppt und sichergestellt werden, dass Renten künftig 53 Prozent des Durchschnittseinkommens erreichen.
Eine 13-köpfige Rentenkommission arbeitet derzeit an langfristigen Lösungen; ihre Empfehlungen werden für Mitte 2025 erwartet. Die Linke setzt sich zudem für ein einheitliches Rentensystem ein, in das alle Erwerbstätigen – Selbstständige, Beamte und Angestellte gleichermaßen – einzahlen müssten. Der SPD-Vorsitzende in Thüringen, Georg Maier, unterstützt ein ähnliches Modell wie die Linke. Dass eine große Partei diesen Ansatz mitträgt, deutet auf wachsenden politischen Rückenwind für umfassendere Reformen hin.
Die Debatte um die Rente in Deutschland verschärft sich, wobei Alleinerziehende als besonders gefährdet gelten. Die Vorschläge von Linken und SPD könnten das System grundlegend verändern – doch die endgültigen Weichen stellt der anstehende Bericht der Rentenkommission. Die Beschlüsse werden entscheiden, wie Millionen Beschäftigte, vor allem in prekären Verhältnissen, später ihren Lebensabend bestreiten können.
