09 March 2026, 16:14

Mafia-Prozess: Zwei mutmaßliche 'Ndrangheta-Mitglieder vor Gericht

Eine Gruppe deutscher Gefangener aus Messines steht vor einem Gebäude mit einem klaren blauen Himmel im Hintergrund, mit Text am unteren Bildrand.

Verdacht auf Mafia-Mitgliedschaft: Kokainschmuggler angeklagt - Mafia-Prozess: Zwei mutmaßliche 'Ndrangheta-Mitglieder vor Gericht

Ein großer Prozess gegen zwei italienische Staatsbürger mit mutmaßlichen Verbindungen zur 'Ndrangheta-Mafia ist in Deutschland wiederaufgenommen worden. Den Angeklagten, 31 und 57 Jahre alt, wird großangelegter Drogenhandel sowie die Beteiligung an einer der mächtigsten kriminellen Organisationen der Welt, der 'Ndrangheta, vorgeworfen. Die Verhandlung wird am 24. März fortgesetzt.

Der jüngere Angeklagte, ein 31-Jähriger, soll von Thüringen aus Drogenhandel koordiniert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, eine zentrale Rolle beim Transport großer Mengen Betäubungsmittel im Rahmen eines übergeordneten kriminellen Netzwerks gespielt zu haben. Zudem wird ihm die Mitgliedschaft in einer ausländischen kriminellen Vereinigung vorgeworfen – der 'Ndrangheta, einer kalabrischen Mafiaorganisation mit Wurzeln in Süditalien.

Der ältere Angeklagte, 57, soll an der illegalen Verschiffung großer Drogenlieferungen mitgewirkt haben. Ermittler gehen davon aus, dass er zeitweise mit dem jüngeren Mann zusammengearbeitet hat, doch die genaue Natur ihrer Verbindung wird noch untersucht. Beide müssen sich wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels in erheblichem Ausmaß verantworten.

Die 'Ndrangheta agiert in über 80 Ländern und kontrolliert den europäischen Kokainmarkt durch direkte Verbindungen zu südamerikanischen Produzenten. Allein mit Kokain erzielt die Organisation jährlich Umsätze in Milliardenhöhe, wobei Geldwäsche einen zentralen Bestandteil ihrer Aktivitäten darstellt. Der Prozess wirft die Frage auf, ob tatsächlich ein vollwertiges Mafiamitglied vor Gericht steht.

Der Fall reiht sich in eine Serie spektakulärer Festnahmen im Zusammenhang mit der 'Ndrangheta ein, darunter die Operation Boreas im Jahr 2025, die sich gegen Kokainhandelsnetzwerke im Raum Stuttgart richtete. Unklar bleibt jedoch, wie tief die Gruppe historisch in Thüringen verankert war.

Die Verhandlung wird am 24. März fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft will die Beteiligung der Angeklagten am organisierten Drogenhandel nachweisen. Bei einer Verurteilung drohen den Männern hohe Strafen nach deutschem Recht. Das Urteil könnte zudem weitere Erkenntnisse über die Verbreitung der 'Ndrangheta im europäischen illegalen Drogenmarkt liefern.

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