Medienbranche fordert digitale Abgabe für Facebook und Google zur Rettung des Journalismus
Adriana HaufferMedienbranche fordert digitale Abgabe für Facebook und Google zur Rettung des Journalismus
Neuer Vorstoß: Digitale Abgabe für Tech-Riesen wie Facebook und Google gewinnt Unterstützung in der deutschen Medienbranche
Eine Initiative zur Einführung einer digitalen Abgabe auf Tech-Konzerne wie Facebook und Google stößt bei führenden Vertretern der deutschen Medienlandschaft auf zunehmende Zustimmung. Julia Becker vom Funke Mediengruppe schlägt die Maßnahme vor, um den Journalismus finanziell zu stärken. Mittlerweile unterstützen weitere Branchenvertreter den Vorschlag mit dem Argument, dass große Plattformen von journalistischen Inhalten profitieren, ohne angemessen dafür zu bezahlen.
Becker forderte die Bundesregierung auf, eine Abgabe für Plattformen einzuführen, die journalistische Arbeiten verbreiten. Sie betonte, dass diese Unternehmen von Nachrichteninhalten wirtschaftlich profitierten, gleichzeitig aber kaum etwas zu deren Erstellung beitrügen.
Jan Ippen, Geschäftsführer der Ippen Digital GmbH, schloss sich Beckers Forderung an. Er verwies auf das wachsende Ungleichgewicht zwischen Technologiekonzernen und Verlagen im digitalen Raum.
Auch politisch findet der Plan Rückhalt. Stefan Gruhner, Medienminister Thüringens und CDU-Mitglied, unterstrich die Notwendigkeit, den regionalen Journalismus zu schützen. Lokale Medien spielten eine zentrale Rolle, könnten aber im Wettbewerb mit globalen Tech-Konzernen kaum mithalten, so Gruhner.
Bisher hat sich noch kein Bundesland öffentlich hinter ähnliche Vorstöße von Politikern oder Medienvertretern gestellt. Dennoch werden die Rufe nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Tech-Unternehmen an der Journalismusförderung immer lauter.
Ziel des Vorschlags ist es, die finanziellen Disparitäten zwischen digitalen Plattformen und Verlagshäusern auszugleichen. Sollte er umgesetzt werden, müssten Unternehmen wie Facebook und Google für die Verbreitung journalistischer Inhalte zahlen. Die Debatte spiegelt die größeren Sorgen um die Zukunftsfähigkeit der Medien im digitalen Zeitalter wider.