Medienkonzentration in NRW: Zwei Großübernahmen erschüttern die Zeitungslandschaft
Reingard FaustMedienkonzentration in NRW: Zwei Großübernahmen erschüttern die Zeitungslandschaft
In der deutschen Medienlandschaft haben kürzlich zwei bedeutende Zeitungsübernahmen stattgefunden. Ende Februar übernahm der DuMont-Verlag die Kölnische Rundschau vom Heinen Verlag. Nur wenige Tage später gab die Rheinische Post bekannt, mehrere westfälische Tageszeitungen samt ihrer Digitalplattformen kaufen zu wollen.
Anfang März konkretisierte die Rheinische Post ihr Übernahmeangebot. Sobald der Deal abgeschlossen ist, wird sie zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe in Nordrhein-Westfalen aufsteigen. Dies folgt auf den Erwerb der traditionsreichen Kölnische Rundschau durch DuMont.
Das Bundeskartellamt prüft zwar solche Fusionen, bewertet dabei jedoch ausschließlich die Auswirkungen auf Lesermärkte und Werbeumfelder. Rechtlich ist es nicht befugt, zu untersuchen, wie sich solche Geschäfte auf die journalistische Vielfalt oder das öffentliche Meinungs-spektrum auswirken.
Beide Übernahmen spiegeln einen wachsenden Trend in der Branche wider: Immer mehr kleine, unabhängige Verlage werden von großen Medienkonzernen übernommen. Diese Entwicklung verändert die Struktur der deutschen Zeitungslandschaft grundlegend.
Die beiden Deals werden die Medienkonzentration in Nordrhein-Westfalen weiter vorantreiben. Nach Abschluss der Übernahme wird die Rheinische Post den Markt der Tageszeitungen in der Region dominieren. Die regulatorische Aufsicht bleibt dabei auf wettbewerbsrechtliche Aspekte beschränkt – während grundsätzliche Fragen zur Medienvielfalt unbeantwortet bleiben.






