Merck kämpft 2025 mit sinkenden Umsätzen und starkem Dollar-Euro-Druck
Reingard FaustSchwacher Dollar: Merck erwartet Gewinnrückgang - Merck kämpft 2025 mit sinkenden Umsätzen und starkem Dollar-Euro-Druck
Merck verzeichnet leichten Umsatz- und Gewinnrückgang für 2025 – Herausforderungen durch Währungsdruck und wachsende Konkurrenz
Der Pharmakonzern Merck hat für das Jahr 2025 einen leichten Rückgang bei Umsatz und Gewinnen gemeldet. Belastet wird das Unternehmen durch Währungsrisiken und zunehmenden Wettbewerb. Der Jahresumsatz sank um 0,3 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro, während der Nettogewinn um etwa 6 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro zurückging. Trotz dieser Einbußen erhalten die Aktionäre eine stabile Dividende von 2,20 Euro pro Aktie.
Wie die scheidende Vorstandsvorsitzende Belén Garijo einräumte, war 2025 für den Konzern ein schwieriges Jahr. Sie betonte jedoch die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens angesichts geopolitischer Spannungen und eines starken US-Dollars, der die Finanzkennzahlen von Merck belastete. Rund ein Viertel des weltweiten Umsatzes entfällt auf den US-Markt, weshalb Währungsschwankungen eine erhebliche Hürde darstellen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Merck seine Sparte Human Health in zwei eigenständige Einheiten umstrukturiert. Damit soll die Markteinführung neuer Spezialmedikamente beschleunigt werden. Zudem wurde das 2023 übernommene Biotech-Unternehmen Prometheus Biosciences integriert, um die klinischen Studien für Tulisokibart voranzutreiben – ein Wirkstoff zur Behandlung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Weitere Übernahmen, darunter Cidara Therapeutics und Verona Pharma, sollten das Portfolio diversifizieren, noch bevor das Patent für den Blockbuster-Wirkstoff Keytruda ausläuft.
Für 2026 rechnet Merck mit Umsätzen zwischen 20,0 und 21,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereffekten wird jedoch voraussichtlich auf 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro sinken. Zudem erwartet das Unternehmen ab März Verluste bei den US-Verkäufen seines Multiple-Sklerose-Medikaments Mavenclad durch Generika-Konkurrenz.
Zu Mercks Strategie gehören über 20 geplante Produktneueinführungen aus 80 fortgeschrittenen Phase-3-Studien. Eine mehrjährige Partnerschaft mit Guardant Health, die im Januar 2026 beginnt, soll die Onkologie-Diagnostik im Zusammenhang mit Keytruda stärken. Ein im Dezember 2025 geschlossener Deal mit der US-Regierung sichert zwar Investitionen in Höhe von über 70 Milliarden US-Dollar, allerdings zu niedrigeren Medikamentenpreisen.
Die Ergebnisse für 2025 spiegeln ein anspruchsvolles Jahr wider, in dem Umsatz- und Gewinnrückgänge durch strategische Umstrukturierungen und Übernahmen teilweise ausgeglichen wurden. Nun konzentriert sich das Unternehmen auf die Markteinführung neuer Medikamente und Partnerschaften, um das Wachstum zu sichern. Für die Aktionäre bleibt die Dividendenausschüttung jedoch unverändert.
