04 March 2026, 15:26

Miss Germany 2026: Warum zwei Frauen mit Hidschab die Debatte über Identität entfachen

Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Miss Germany 2026: Warum zwei Frauen mit Hidschab die Debatte über Identität entfachen

Miss Germany-Wahl 2026: Finale in München mit neuen Maßstäben für Schönheit und Identität

Dieses Samstag erreicht der Wettbewerb um die Miss Germany 2026 in München seinen Höhepunkt. Unter den neun Finalistinnen befinden sich zwei Frauen, die wegen ihres Bruchs mit dem traditionellen deutschen Schönheitsideal auf Kritik stoßen: Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, die als erste Teilnehmerinnen mit Hidschab antreten. Sie brechen nicht nur mit Klischees, sondern stellen auch veraltete Vorstellungen von deutscher Identität infrage.

Doch bei der diesjährigen Wahl geht es längst nicht mehr nur um Äußerlichkeiten. Die Veranstalter setzen stattdessen auf Führungsstärke, Erfolg und eine moderne Repräsentation Deutschlands.

Sayed und Ben Bouzid wurden wegen ihres Aussehens und ihrer Religion – vor allem von Männern – mit rassistischen und sexistischen Kommentaren konfrontiert. Trotzdem betonen beide stolz ihre deutsche Identität und hinterfragen enge Definitionen von Zugehörigkeit. Ihre Teilnahme hat bereits eine Debatte darüber ausgelöst, wer im Deutschland von heute dazugehört.

Für die beiden Frauen ist der Wettbewerb eine Chance, Vorbilder zu sein. Sie wollen Mädchen mit ähnlichem Hintergrund Mut machen. Sayed tritt in der Kategorie "Female Founder" (Gründerinnen) an, Ben Bouzid in der Sparte "Female Leader" (Führungspersönlichkeiten).

Doch nicht nur sie brechen mit Konventionen: Unter den Finalistinnen sind auch Frauen mit ungewöhnlichen Werdegängen für einen Schönheitswettbewerb. Die Biologin Amelie Reigl forscht an der Züchtung menschlicher Haut im Labor, während Aileen Tina Hufschmidt als Pressesprecherin der Bundeswehr arbeitet – mit Auslandseinsätzen in Irak und Litauen. Dieser Wandel spiegelt das neue Ziel des Wettbewerbs wider: Zukünftige Führungskräfte statt bloßer Schönheitsideale in den Vordergrund zu stellen.

Die diesjährige Miss-Germany-Wahl distanziert sich bewusst von veralteten Standards. Stattdessen werden Ehrgeiz, Widerstandsfähigkeit und vielfältige Leistungen gefeiert. Die Siegerinnen werden nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihrem Potenzial bewertet, gesellschaftlichen Einfluss auszuüben.

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Das Finale findet am Samstag in München statt. Schon jetzt hat die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid die Diskussion über Identität und Repräsentation in Deutschland verändert. Mit dem Fokus auf Führung und Erfolg markiert der Wettbewerb einen klaren Bruch mit seiner Vergangenheit als klassischer Schönheitswettbewerb.