31 December 2025, 16:20

Münchner Sicherheitskonferenz lädt AfD ein – und löst damit einen Eklat aus

Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen und einer Bühne, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und -besitzern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Münchner Sicherheitskonferenz lädt AfD ein – und löst damit einen Eklat aus

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) hat die Alternative für Deutschland (AfD) zu ihrer Veranstaltung 2025 eingeladen und damit eine zweijährige Ausgrenzung beendet. Wolfgang Ischinger, der Vorsitzende der Konferenz, verteidigte diesen Schritt als Rückkehr zur Tradition der MSC, einen breiten politischen Dialog zu führen. Die Entscheidung löste jedoch scharfe Kritik von Sicherheitsbehörden und Politikern aus.

Die AfD war zuvor 2023 und 2024 unter dem damaligen MSC-Vorsitzenden Christoph Heusgen ausgeschlossen worden. Begründet wurde dies mit dem Boykott der Partei gegen die Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Bundestag. Nun haben Ischinger und der Stiftungsrat diese Politik umgekehrt und argumentieren, die Konferenz solle allen politischen Stimmen offenstehen.

Kritiker, darunter Vertreter von CSU und FDP, äußerten Bedenken hinsichtlich der Verbindungen der AfD zu Russland und China. Sie warnen, die Einladung der Partei könnte ein Sicherheitsrisiko darstellen und die deutsche Haltung gegenüber ausländischer Einmischung schwächen. Besonders deutlich positionierte sich Stephan Kramer, der Leiter des Thüringer Verfassungsschutzes, der sich vehement gegen die Entscheidung aussprach.

In einem Interview mit dem Spiegel bezeichnete Kramer die Einladung als "problematisch" und stellte infrage, ob sie einem ernsthaften politischen Diskurs diene. Er argumentierte, sie sende ein "gefährliches Signal der Normalisierung" für eine Partei, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz im Mai 2025 als rechtsextremistisch eingestuft wurde. Zwar ist diese Einstufung aufgrund laufender Gerichtsverfahren vorläufig ausgesetzt, doch Kramer betont, die fachliche Einschätzung bleibe unverändert.

Kramer warnte zudem, der Schritt könnte den Ruf der demokratischen Institutionen Deutschlands beschädigen. Er unterstrich, dass der AfD auf einer solchen hochkarätigen Veranstaltung eine Plattform zu bieten, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Rechtsstaatlichkeit untergraben könnte.

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Die Entscheidung der MSC, die AfD einzuladen, hat die Debatte über politische Inklusion und Sicherheitsrisiken neu entfacht. Während Ischinger dies als Rückkehr zu einem offenen Dialog darstellt, argumentieren Gegner, damit werde eine Partei legitimiert, die wegen extremistischer Verbindungen in der Kritik steht. Die Kontroverse zeigt die anhaltenden Spannungen auf, wie Deutschland demokratische Prinzipien mit nationalen Sicherheitsinteressen in Einklang bringt.