Nachhaltige Natrium-Ionen-Batterien aus Nebenprodukten der Holzindustrie aufbauen
Adriana HaufferNachhaltige Natrium-Ionen-Batterien aus Nebenprodukten der Holzindustrie aufbauen
Nachhaltige Natrium-Ionen-Batterien aus Reststoffen der Holzindustrie
Ankündigung: Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Energiespeichern für die Energiewende besteht dringender Bedarf an kostengünstigen, sicheren und ressourcenschonenden Batterietechnologien. Natrium-Ionen-Batterien auf Basis lokal verfügbarer Rohstoffe könnten hier eine Lösung bieten.
Veröffentlichungsdatum: 3. November 2025
Ein innovatives Batterieprojekt verwandelt Holzabfälle in eine nachhaltige Energielösung. Forscher haben ein Natrium-Ionen-Batteriesystem entwickelt, das Lignin nutzt – ein Nebenprodukt der Holz- und Zellstoffindustrie. Erste Tests zeigen vielversprechende Ergebnisse: Nach 100 Ladezyklen war keine nennenswerte Degradation feststellbar.
Das ThüNaBsE-Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung einer Vollzelle mit 1 Amperestunde (Ah) Kapazität, bei der Lignin als negative Elektrode dient. Das Lignin wird in Hartkohlenstoff umgewandelt, der eine starke elektrochemische Leistung und stabile Natrium-Ionen-Speicherung bietet. Für die positive Elektrode setzt das Team auf Preußisch-Blau-Analoga – ungiftige Eisenverbindungen –, die die Batterie sicherer und umweltfreundlicher machen.
An dem Konsortium sind die Unternehmen Altris und Stora Enso beteiligt, die im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft geschlossen haben. Ihr Ziel: die Produktion europäischer Natrium-Ionen-Batteriezellen unter Verwendung von Salz, Eisen und Holz. Das Projekt fördert zudem den wissenschaftlichen Nachwuchs – mehrere Doktoranden tragen mit ihrer Forschung zu Energie- und Batterietechnologien bei. Die auf Lignin basierenden Batterien eignen sich besonders für stationäre oder mobile Speicheranwendungen, bei denen hohe Leistung nicht im Vordergrund steht. Nach Abschluss der aktuellen Phase plant das Team, die Technologie weiter zu skalieren und ihre Leistung zu optimieren.
Das Vorhaben zielt darauf ab, die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu verringern und eine günstigere, sicherere Alternative zu herkömmlichen Batterien zu bieten. Mit stabilen Anfangsergebnissen könnte die Technologie bald in den großtechnischen Maßstab überführt werden. Die nächsten Schritte umfassen die Steigerung der Reifegrade sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten.
