14 June 2026, 12:08

Nastassja Kinski gegen Wim Wenders: Warum Falsche Bewegung plötzlich verschwindet

Die Unheimlichkeit Hat Viele Seiten

Nastassja Kinski gegen Wim Wenders: Warum Falsche Bewegung plötzlich verschwindet

Die Debatte um den Film Falsche Bewegung von 1975 ist neu entfacht, nachdem Nastassja Kinski den Regisseur Wim Wenders öffentlich wegen einer Szene kritisierte, in der sie als 13-Jährige zu sehen ist. Die Diskussion hat sich inzwischen auf grundsätzliche Fragen ausgeweitet, wie mit problematischen Inhalten in älteren Filmen umgegangen werden soll.

Kinski hatte sich bereits seit Langem für die Streichung einer halbnackten Szene aus dem Film eingesetzt. Als Wenders in seiner Dankesrede bei den Deutschen Filmpreisen nicht auf ihre Bedenken einging, rückte das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit. Daraufhin entschuldigte er sich bei Kinski und zog den Film vorerst aus dem Verkehr zurück – was die Debatte vorläufig zum Erliegen brachte.

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Die Kontroverse wirft Parallelen zu den Erfahrungen anderer Kinderdarsteller auf. Jodie Foster, die mit zwölf Jahren in Taxi Driver mitspielte, blickt heute mit Humor auf ihre Rolle zurück. Brooke Shields hingegen hatte Schwierigkeiten, ihre Mitwirkung in Pretty Baby zu verteidigen, in dem sie eine elfjährige Kindesprostituiere spielte.

Schauspielerinnen wie Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst betonen die Notwendigkeit professioneller Standards und eines respektvollen Umgangs am Set. Gleichzeitig räumen sie ein, dass die Wahrnehmung des Publikums prägt, wie solche Filme in Erinnerung bleiben. Manche plädieren dafür, problematische Szenen zu bearbeiten, andere bestehen auf der Bewahrung der Originalfassung. Als weitere Lösung werden Hinweisschilder oder kontextualisierende Anmerkungen vorgeschlagen – doch viele sehen darin nur eine Übergangslösung, nicht aber eine dauerhafte Antwort. Kinskis Vorgehen hat die Diskussion versachlicht und verhindert, dass Wenders pauschal mit anderen, nicht zusammenhängenden Skandalen in Verbindung gebracht wird.

Der Film bleibt vorerst zurückgezogen. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen darüber sind, wie mit umstrittenen Inhalten in älteren Werken umgegangen werden soll. Sie macht auch deutlich, welche langfristigen Auswirkungen solches Material auf die Beteiligten haben kann.

Quelle