Neue Professur in Jena soll KI-Entscheidungen durchsichtiger machen
Adriana HaufferNeue Professur in Jena soll KI-Entscheidungen durchsichtiger machen
An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) wird eine neue Professur eingerichtet, die sich auf die Verbesserung der Transparenz KI-gestützter Entscheidungen konzentriert. Die Stelle, finanziert von der Carl-Zeiss-Stiftung, zielt darauf ab, komplexe KI-Modelle verständlicher und nachvollziehbarer zu gestalten. Angesichts des rasanten Anstiegs der KI-Nutzung wächst der Bedarf an klareren Einblicken in automatisierte Entscheidungsprozesse stetig.
Die Stiftungsprofessur erhält über fünf Jahre hinweg 1,8 Millionen Euro von der Carl-Zeiss-Stiftung, einer der ältesten und größten privaten Wissenschaftsförderer Deutschlands. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, KI-Systeme zu 'entmystifizieren', die oft als undurchdringliche 'Blackboxes' funktionieren. Durch die Verbesserung der Nachvollziehbarkeit soll die Forschung sicherstellen, dass Entscheidungen – ob im Gesundheitswesen, im Ingenieurbereich oder in der Sozialarbeit – sowohl verständlich als auch vertrauenswürdig sind.
Mögliche Anwendungsbereiche umfassen die automatisierte Analyse medizinischer Bilddaten sowie die Optimierung von Versorgungsstrukturen in Krankenhäusern. Darüber hinaus wird die Arbeit auch auf andere Sektoren ausgeweitet, in denen KI eine entscheidende Rolle spielt. Um die Forschung praxisnah auszurichten, wird die Professur eng mit 'Industriepartnern' zusammenarbeiten. Die EAH Jena, Thüringens größte und forschungsstärkste Hochschule für angewandte Wissenschaften, zählt rund 4.300 Studierende. Die neue Professur passt zu ihrem übergeordneten Ziel, die angewandten Wissenschaften in Technik und Gesellschaft voranzubringen.
Die Professur wird sich einer der zentralen Herausforderungen moderner KI widmen: die Umwandlung intransparenter Algorithmen in nachvollziehbare, überprüfbare Systeme. In den kommenden fünf Jahren könnten ihre Erkenntnisse beeinflussen, wie Industrie und öffentliche Einrichtungen KI verantwortungsvoll einsetzen. Bisher wurden keine konkreten Unternehmen als strategische Partner der Initiative genannt.
