Neuverhandlung im ungelösten Mordfall: 13-Jährige 1993 in Unterfranken getötet
Reingard FaustNeuer Prozess für tote Mädchen in Güllegrube Mitte Mai - Neuverhandlung im ungelösten Mordfall: 13-Jährige 1993 in Unterfranken getötet
Neuverhandlung in jahrzehntealtem Mordfall: 13-Jährige in Unterfranken getötet
In einem seit Jahrzehnten ungelösten Mordfall um die Tötung eines 13-jährigen Mädchens in Unterfranken wurde eine Neuverhandlung angeordnet. Das Verfahren wird am 18. Mai 2026 vor dem Landgericht Würzburg wiederaufgenommen; insgesamt sind 26 Verhandlungstage bis Ende Oktober angesetzt. Da der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war, findet die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Das Opfer war Ende 1993 tot auf einem abgelegenen Reiterhof aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem damaligen Jugendlichen vor, das Mädchen sexuell missbraucht, getötet und ihre Leiche anschließend in einer Jauchegrube versteckt zu haben. Als forensische Beweise dienten unter anderem DNA-Spuren des Angeklagten an der Unterwäsche des Opfers sowie in einem Blutspurenbefund.
Im ersten Prozess war der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren in einer Jugendstrafanstalt verurteilt worden. Das Gericht räumte jedoch ein, die genauen Tatumstände nicht vollständig rekonstruieren zu können, und stützte sich stattdessen auf Indizienbeweise, um das Schuldspruch zu bestätigen. Die Verteidigung legte Revision ein mit der Begründung, die Beweislage reiche für eine Verurteilung nicht aus, und forderte einen Freispruch.
Die Neuverhandlung wird vor einer neuen Richterbank stattfinden. Wegen des Alters des Angeklagten zum Tatzeitpunkt bleibt die Verhandlung nicht öffentlich.
Der Prozess beginnt am 18. Mai 2026 mit einem umfangreichen Terminplan, der sich bis Oktober erstreckt. Das Gericht wird die Beweise und Argumente erneut prüfen, bevor es zu einer neuen Entscheidung gelangt. Das Ergebnis wird zeigen, ob das ursprüngliche Urteil Bestand hat oder ob der Angeklagte freigesprochen wird.
