12 March 2026, 22:12

Nordhausens umstrittene Bürgergeld-Regel: Drohungen gegen SPD-Landrat nach Pflicht-Arbeit für Junge

Ein Plakat mit der Aufschrift "The Bipartisan Safer Communities Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person in einem blauen Hemd mit ausgestreckten Armen und entschlossener Miene.

Nordhausens umstrittene Bürgergeld-Regel: Drohungen gegen SPD-Landrat nach Pflicht-Arbeit für Junge

Matthias Jendricke, der SPD-Landrat im thüringischen Nordhausen, sieht sich mit massiver Kritik an einer neuen Regelung konfrontiert. Die Vorschrift verpflichtet junge Empfänger von Bürgergeld, unentgeltliche Gemeinschaftsarbeit zu leisten – andernfalls droht ihnen der Entzug der Leistungen. Die Reaktionen darauf sind teilweise so eskaliert, dass es zu Bedrohungen kam, die nun von der Polizei untersucht werden.

Betroffen von der Maßnahme sind unter 25-Jährige, die in Nordhausen Bürgergeld beziehen. Wer keine triftigen Gründe für Arbeits- oder Ausbildungslosigkeit vorweisen kann, muss unbezahlte öffentliche Aufgaben übernehmen. Bei Verweigerung werden die finanziellen Unterstützungen gekürzt.

Die Teilnehmer erhalten für ihre Arbeit lediglich einen Euro pro Stunde. Das zuständige Amt überwacht die Einhaltung der Regelung streng – bei unentschuldigtem Fernbleiben sind sogar Hausbesuche möglich. Jendricke begründet das Programm damit, dass es junge Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren und dem Staat pro Teilnehmer jährlich bis zu 20.000 Euro einsparen könne.

Seit Einführung der Regelung gibt es keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele Betroffene tatsächlich zur Teilnahme verpflichtet wurden. Dennoch hat die Maßnahme Empörung ausgelöst. Jendricke erhielt mehrfach Todesdrohungen, teilweise mit direktem Bezug zum Gemeinschaftsdienst. Die Behörden prüfen diese Vorfälle nun als mögliche Straftaten.

Trotz der Kontroverse bleibt die Regelung vorerst bestehen. Die Polizei ermittelt weiterhin wegen der Drohungen gegen Jendricke. Der Landkreis betont unterdessen, das Programm diene der Förderung junger Menschen und helfe gleichzeitig, öffentliche Ausgaben zu senken.

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