Nordthüringens Industriepark „Goldene Aue“ lockt mit 80 Hektar Fläche für Rüstungsgiganten
Reingard FaustGeringere Investitionen in Thüringen - Aufrüstung als Chance? - Nordthüringens Industriepark „Goldene Aue“ lockt mit 80 Hektar Fläche für Rüstungsgiganten
Industriepark „Goldene Aue“ in Nordthüringen ist startbereit für neue Unternehmen
Der Industriepark „Goldene Aue“ in Nordthüringen ist nun vollständig für Ansiedlungen vorbereitet. Auf einer Fläche von 80 Hektar und mit Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro steht das Gelände für industrielle Mieter bereit. Gleichzeitig positioniert sich die Region, um große Rüstungshersteller anzuziehen – zu einer Zeit, in der Europa seine Militärproduktion hochfährt.
Andreas Krey, Chef der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), betont das Potenzial der Region, von den steigenden Investitionen in die Verteidigung zu profitieren. Da Deutschland und Europa ihre Ausgaben für Militärtechnik erhöhen, suchen internationale Konzerne aktiv nach neuen Produktionsstandorten. Dazu zählen Rheinmetall, Lockheed Martin, Northrop Grumman, MBDA, Leonardo sowie Drohnenhersteller wie Elbit Systems und Israel Aerospace Industries. Diese Unternehmen erweitern ihre Kapazitäten, um die wachsende Nachfrage der NATO und nationaler Streitkräfte nach Munition, Waffen und Drohnen zu decken.
Thüringen steht bereits auf der engeren Auswahl für einige dieser Investitionen. Krey wies darauf hin, dass die Region zwar von diesem Trend profitieren könnte, die Rüstungsproduktion jedoch keine Lösung für die breiteren wirtschaftlichen Herausforderungen darstelle. Die LEG betreut derzeit 23 Investitionsprojekte für 2023, größtenteils Erweiterungen, die mehrere hundert Arbeitsplätze schaffen werden – weniger als in den Vorjahren. Gleichzeitig arbeitet die Gesellschaft daran, Standorte umzunutzen, die von kämpfenden Automobilzulieferern aufgegeben wurden. Der Drang nach europäischer militärischer Unabhängigkeit von den USA könnte die Attraktivität Thüringens weiter steigern. Krey betonte jedoch, dass Rüstungsaufträge allein die Verluste im Automobilsektor nicht ausgleichen oder den allgemeinen Investitionsrückgang in der Region vollständig auffangen könnten.
Der Park „Goldene Aue“ ist bereit für neue industrielle Mieter, während Thüringen um Rüstungsaufträge wirbt. Da große Hersteller nach Standorten suchen, könnte die Region frische Investitionen an Land ziehen. Doch die Verantwortlichen bleiben vorsichtig, sich zu stark auf die Militärproduktion als Motor für die wirtschaftliche Belebung zu verlassen.
