NRW setzt auf KI: GovTeuken soll Bürokratie mit europäischer Open-Source-Technologie revolutionieren
Berndt MitschkeNRW setzt auf KI: GovTeuken soll Bürokratie mit europäischer Open-Source-Technologie revolutionieren
Nordrhein-Westfalen startet GovTeuken: KI-Pilotprojekt soll Verwaltung entlasten
Nordrhein-Westfalen hat GovTeuken gestartet, ein KI-Pilotprojekt, das Verwaltungsarbeit effizienter gestalten soll. Das System nutzt künstliche Intelligenz, um Rechtstexte, Anträge und behördliche Schreiben zu analysieren und verständlicher aufzubereiten. Die Landesbehörden erhoffen sich davon weniger Bürokratie und eine schnellere Bearbeitung öffentlicher Dienstleistungen.
Verantwortlich für das Projekt ist der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), das Vorhaben wurde vom IT-Planungsrat genehmigt. Grundlage bildet das KI-Modell Teuken-7B, das im Rahmen der OpenGPT-X-Initiative von den Fraunhofer-Instituten für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) und Integrierte Schaltungen (IIS) entwickelt wurde. Beteiligt sind außerdem das Forschungszentrum Jülich, der KI-Bundesverband, die TU Dresden, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der WDR.
GovTeuken wird in die bestehende Landesplattform NRW.Genius integriert und verbindet KI-Funktionen mit tiefgreifendem Behördensachverstand. Die Systeme laufen auf Servern innerhalb der EU, was die volle staatliche Datenhoheit und die Einhaltung europäischer Datenschutzbestimmungen garantiert. Die Verantwortlichen betonen, dass das Projekt strenge KI-Governance-Regeln einhält, um einen verantwortungsvollen Einsatz zu gewährleisten. Anders als kommerzielle KI-Tools setzt GovTeuken auf europäische Open-Source-Technologie – ein Ansatz, der die digitale Souveränität stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern verringern soll. Bei Erfolg könnte das Modell auch von anderen Bundesländern übernommen werden, die ihre öffentliche Verwaltung modernisieren wollen.
Der Pilotversuch markiert einen wichtigen Schritt in der digitalen Transformation Nordrhein-Westfalens. Durch die Automatisierung routinemäßiger Aufgaben könnte GovTeuken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten, damit diese sich komplexeren Tätigkeiten widmen können. Nach einer Evaluierung der Leistung soll entschieden werden, ob das System bundesweit eingeführt wird.
