Ölpest durch Heizöl-Unfall zerstört Lebensraum im Thüringer Naturschutzgebiet
Berndt MitschkeEin Jahr nach Ölspill auf der Thuer Wiesen - Weniger Libellen - Ölpest durch Heizöl-Unfall zerstört Lebensraum im Thüringer Naturschutzgebiet
Ölpest im Februar 2025 stört deine Tierwelt nahe dem Naturschutzgebiet Thüringer Auen
Ein im Februar 2025 verunglückter Lastwagen hat deine Tierwelt in der Nähe des Naturschutzgebiets Thüringer Auen schwer beeinträchtigt. Das Fahrzeug, das 30.000 Liter Heizöl transportierte, kippte auf einer Bundesstraße um und setzte Öl über einen Regenwasserablauf frei. Der Unfall verursachte sichtbare Schäden, insbesondere in der Erweiterungszone des Schutzgebiets.
Die Ölpest begann, als der Lkw umstürzte und über einem Gully liegen blieb. Das Öl floss direkt in das Regenwasserkanalsystem und verbreitete sich von dort in nahegelegene Feuchtgebiete. Später wurden Vögel, darunter Wasservögel, mit Öl verklebt aufgefunden – ihre Überlebenschancen sind dadurch stark gesunken.
Bei den Aufräumarbeiten mussten große Schilfflächen entfernt werden, was die Brutzeit vieler Vogelarten störte. Besonders deutlich sind die Folgen für Libellen: Vor dem Unglück waren in der Erweiterungszone noch 35 verschiedene Arten dokumentiert worden, seitdem wurden nur noch 28 gesichtet.
Auch Fische, Amphibien und kleinere Wasserinsekten könnten betroffen sein, das volle Ausmaß der Schäden ist jedoch noch unklar. Boden- und Wasserproben im Kerngebiet des Schutzgebiets zeigten hingegen keine Verunreinigungen.
Die Ölpest hat das Ökosystem der Erweiterungszone verändert – mehrere Libellenarten fehlen nun. Brutvögel hatten Rückschläge, nachdem Schilf für die Reinigungsarbeiten gerodet wurde. Während das Kerngebiet offenbar unversehrt blieb, werden die langfristigen Auswirkungen auf die Tierwelt im weiteren Umfeld noch untersucht.
