10 May 2026, 16:09

Pflegereform 2024: Höhere Eigenanteile und längere Wartezeiten drohen

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform 2024: Höhere Eigenanteile und längere Wartezeiten drohen

Ein geplanter Reformvorschlag zu den Pflegeversicherungsbeiträgen hat vor der Vorlage des Entwurfs von Gesundheitsministerin Nina Warken Mitte Mai eine Debatte ausgelöst. Demnach soll die Frist, nach der Eigenanteile in Pflegeeinrichtungen gesenkt werden, von zwölf auf 18 Monate verlängert werden. Kritiker befürchten, dass dies die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiter verschärfen könnte.

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Das Bundesverfassungsgericht hatte kürzlich entschieden, dass generationenübergreifende Beiträge in der Pflegeversicherung stärker gewichtet werden sollen als in anderen Sozialversicherungszweigen. Diese Neuausrichtung zielt zwar auf eine gerechtere Finanzierungsverteilung ab, wirft jedoch Fragen nach Fairness und Bezahlbarkeit auf.

Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, warnte vor einer Erhöhung der Zuzahlungen für Pflegebedürftige. Sie betonte, dass die Reform keinesfalls die beitragsfreie Familienmitversicherung, gestaffelte Beitragssätze oder die Rentenabsicherung für pflegende Angehörige antasten dürfe. Diese Leistungen seien essenziell, um die Solidarität innerhalb der Familien zu stärken.

Welskop-Deffaa wies zudem auf die Gefahr hin, dass Betroffene vor dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung Vermögen auf Angehörige übertragen könnten, um höhere Kosten zu umgehen. Solche Praktiken könnten die finanzielle Stabilität des Systems untergraben. Gleichzeitig forderte sie eine bessere Unterstützung für pflegende Angehörige, die eine zentrale Rolle in der Langzeitpflege einnehmen.

Der Caritasverband warnte, dass die geplante Verlängerung der Wartezeit auf 18 Monate zwar kurzfristig Kosten sparen könnte, langfristig jedoch das schrittweise Entlastungsmodell gefährde, das eigentlich die Belastungen in der Pflege verringern soll.

Wie sich die Reform auf Familien und Pflegekräfte auswirken wird, bleibt eine zentrale Frage. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnte sich die Kostenverteilung zwischen Einzelpersonen und Staat verschieben. Der endgültige Entwurf, der Mitte Mai erwartet wird, wird zeigen, ob es zu finanziellen Entlastungen kommt – oder ob Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zusätzlich belastet werden.

Quelle