21 December 2025, 08:30

Pilotprojekt: Ordnungsamt holt Langzeitarbeitslose für Arbeit

Ein Bahnsteig mit wenigen Menschen, ein Zug auf der linken Seite, zahlreiche Pfosten, Sonnenstrahlen, Bäume auf der rechten Seite und ein Dach darüber.

Pilotprojekt: Ordnungsamt holt Langzeitarbeitslose für Arbeit

Pilotprojekt: Ordnungsamt setzt Langzeitarbeitslose zur Arbeit ein

Mutiges Pilotprojekt in Nordhausen: 40-Stunden-Arbeitspflicht für junge Bürgergeld-Empfänger. Thüringen wagt, was andere nicht tun – wie das Modell funktioniert!

  1. November 2025

Nordhausen ist die erste deutsche Kommune, die für eine bestimmte Gruppe von Sozialleistungsempfängern eine Arbeitspflicht durchsetzt. Das Pilotprojekt richtet sich an unter 25-jährige Bezieher von Bürgergeld ohne Berufsausbildung. Anders als andere Landkreise konzentriert sich Nordhausen dabei nicht auf Asylbewerber, sondern auf junge Bürger – und setzt damit neue Maßstäbe in der Sozialpolitik.

Die Teilnehmer müssen wöchentlich 40 Stunden arbeiten. Als Gegenleistung erhalten sie einen Aufschlag von 48 Euro auf ihre reguläre Leistung – umgerechnet etwa 1,20 Euro pro Stunde. Bei Verstößen drohen Kürzungen der Bezüge, beginnend bei 10 Prozent und steigend auf bis zu 30 Prozent bei wiederholten Zuwiderhandlungen.

Verantwortlich für die Umsetzung ist das Jobcenter Nordhausen, das auf eine strikte Einhaltung der Regeln achtet. Rechtliche Herausforderungen zeichnen sich bereits ab, insbesondere zu Fragen der Zuständigkeit, der Arbeitszeiten und des Prinzips der „zusätzlichen Arbeit“. Um frühere Fehler zu vermeiden, hat die Kommune umfassende Dokumentationen und klare Verantwortungsstrukturen geschaffen. Andere Landkreise wie Greiz, Peine und Saale-Orla haben zwar ebenfalls Arbeitsverpflichtungen eingeführt – allerdings ausschließlich für Asylbewerber. Peine war kürzlich der erste westdeutsche Landkreis, der solche Maßnahmen umsetzte. Nordhausens Ansatz jedoch geht einen Schritt weiter, indem er sich gezielt an junge, ungelernte Bürger richtet.

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Frühere Versuche in anderen Regionen scheiterten oft an mangelnder Planung, unklarer Finanzierung und schwachen rechtlichen Grundlagen. Nordhausen will diese Fallstricke mit präzisen Schutzmechanismen und einer strukturierten Umsetzung umgehen.

Das Projekt bewegt sich in rechtlichem Neuland, und die Entwicklungen werden von anderen Kommunen genau beobachtet. Sollte es erfolgreich sein, könnte es die Sozialpolitik für junge, ungelernte Bürgergeld-Empfänger in ganz Deutschland verändern. Derzeit liegt der Fokus jedoch auf konsequenter Durchsetzung – und darauf, die Fehler vergangener Projekte zu vermeiden.