Potsdam führt als erste Stadt Brandenburgs Steuer auf Einwegverpackungen ein
Reingard FaustPotsdam führt als erste Stadt Brandenburgs Steuer auf Einwegverpackungen ein
Potsdam wird die erste Stadt in Brandenburg, die eine Abgabe auf Einwegverpackungen einführt. Die neue Steuer, die der Stadtrat im März 2023 beschlossen hat, soll zusätzliche Einnahmen generieren und gleichzeitig den Müllberg verringern. Damit folgt die Landeshauptstadt dem Vorbild von Städten wie Tübingen, Freiburg und Konstanz in Baden-Württemberg.
Die Verpackungssteuer tritt am 1. Juli 2023 in Kraft. Sie betrifft Einwegartikel wie Becher, Teller und Schalen, die mit 50 Cent pro Stück besteuert werden. Besteck wird mit 20 Cent pro Teil belegt. Die Stadt rechnet damit, dass die Maßnahme ab 2027 jährlich etwa eine Million Euro einbringen wird.
Potsdams Entscheidung orientiert sich an Tübingen, das in Deutschland mit einer solchen Abgabe Vorreiter war. Später führten auch Freiburg und Konstanz vergleichbare Steuern auf Einwegprodukte ein. Der Städtetag Brandenburg hat den Potsdamer Ansatz anerkannt – ein mögliches Signal für weiteres Interesse anderer Kommunen in der Region.
Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Brandenburg nach neuen Wegen sucht, um die Haushaltskasse angesichts wachsender finanzieller Belastungen aufzubessern. Zwar steht der Umweltschutz im Vordergrund, doch die finanziellen Vorteile sind für die Stadt ebenfalls ein wichtiger Faktor.
Ab Juli wird die Steuer eingeführt und macht Potsdam damit zur ersten Stadt in Brandenburg mit einer solchen Regelung. Unternehmen und Verbraucher müssen sich dann auf höhere Kosten für Einwegartikel einstellen. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es Schule machen und auf weitere Städte in der Region übergreifen.






