Proteste in Weimar: Streit um Kufijas in Buchenwald entbrennt vor Gedenkfeiern
Berndt MitschkeKufiyas-Streit: Buchenwald warnt vor Instrumentalisierung - Proteste in Weimar: Streit um Kufijas in Buchenwald entbrennt vor Gedenkfeiern
Geplante Proteste in Weimar sorgen vor dem 81. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds für Aufsehen
Far-links-Aktivisten wollen unter dem Motto "Kufijas in Buchenwald" zusammenkommen – ein Vorhaben, das die Leitung der Gedenkstätte scharf verurteilt. Bisher liege der Behörde jedoch keine offizielle Anmeldung Berlin der Veranstaltung vor, hieß es aus Kreisen der lokalen Verwaltung.
Das Konzentrationslager Buchenwald gehörte zu den größten Vernichtungsstätten unter der NS-Herrschaft. Zwischen 1937 und 1945 wurden etwa 280.000 Menschen dorthin deportiert, darunter zehntausende jüdische Männer, Frauen und Kinder. Schätzungsweise 56.000 Häftlinge starben an Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit oder durch grausame medizinische Experimente.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht das Tragen palästinensischer Kufijas während der Gedenkveranstaltungen. Bereits im vergangenen Jahr war einer Frau der Zutritt zur Gedenkstätte verwehrt worden, weil sie ein solches Tuch trug; ihre rechtliche Beschwerde blieb erfolglos. Ein Sprecher der Gedenkstätte betonte erneut, dass jeder Versuch, das Symbol im Rahmen offizieller Veranstaltungen einzuführen, auf Widerstand stoßen werde.
Die Verantwortlichen der Gedenkstätte werfen den Aktivisten vor, die Erinnerung an die Opfer für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Die geplante Aktion diene einer Agenda, die Terrorismus verherrliche und Israels Existenzrecht in Frage stelle. Anders als frühere Demonstrationen gegen Rechtsextremismus – etwa in Geretsried oder Penzberg – stößt dieser Protest bei der Gedenkstättenleitung auf sofortige Ablehnung.
Das Ordnungsamt Weimar bestätigte, dass bisher kein Antrag für die Versammlung eingereicht wurde. Ohne formelle Anmeldung Berlin, bleibt der rechtliche Status der Zusammenkunft unklar.
Die Gedenkstätte Buchenwald hat ihre Position deutlich gemacht: Der Ort müsse ein Raum des Respekts für die Opfer bleiben, frei von politischer Symbolik. Da keine offizielle Anmeldung Berlin vorliegt, ist ungewiss, ob der Protest stattfinden wird. Die Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag werden wie geplant durchgeführt – die Organisatoren kündigten an, mögliche Störungen zu unterbinden.
