Prozess um brutalen Tod in Zella-Mehlis: Vier Jugendliche vor Gericht
Berndt MitschkeProzess um den Tod eines 23-Jährigen - Keine Öffentlichkeit - Prozess um brutalen Tod in Zella-Mehlis: Vier Jugendliche vor Gericht
Vier Jugendliche müssen sich wegen des Todes eines 23-jährigen Mannes in Zella-Mehlis im Süden Thüringens vor dem zuständigen Gericht verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe einer brutalen Attacke sowie unterlassener Hilfeleistung, woraufhin das Opfer später in einem Bach ertrank. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – ein Gericht hatte dies im Interesse des Persönlichkeitsschutzes der Beteiligten beschlossen.
Der Tote war mit schweren Verletzungen und in alkoholisiertem Zustand leblos in einem Bach aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, ihn mit Pfefferspray, einem Gürtel und wiederholten Tritten angegriffen und anschließend hilflos zurückgelassen zu haben. Sein Zustand habe schließlich zum Ertrinken geführt.
Das Verfahren vor dem Landgericht Meiningen wird auf Antrag der Verteidigung nicht öffentlich geführt. Das Gericht begründete die Entscheidung mit der Schwere der Tat und dem Schutz persönlicher Daten der Beschuldigten. Bis Ende Februar sind sechs weitere Verhandlungstage angesetzt; das Urteil soll in nicht öffentlicher Sitzung gefällt werden. Die Familie des Opfers, darunter auch seine Tante, zeigt sich verärgert über den Ausschluss der Öffentlichkeit. Den Angeklagten wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen – sowohl wegen der Attacke als auch wegen unterlassener Hilfeleistung nach der Tat.
Im weiteren Verlauf des Prozesses werden die Umstände des Angriffs und das Verhalten der Beschuldigten untersucht. Die abschließende Entscheidung fällt in nicht öffentlichen Sitzungen, zu denen kein Zugang für die Öffentlichkeit besteht. Das Urteil wird über die Verantwortung für den Tod des Opfers und die Ereignisse, die dazu führten, entscheiden.
