Rébecca Chaillons provokante Performance feiert Uraufführung bei den Wiener Festwochen
Adriana HaufferRébecca Chaillons provokante Performance feiert Uraufführung bei den Wiener Festwochen
Rébecca Chaillon hat bei den Wiener Festwochen in Wien eine mutige neue Performance uraufgeführt: Die Parabel des Säure – ein Titel, der mit Mehrdeutigkeiten spielt und sich von Octavia Butlers Roman Die Parabel vom Sämann inspirieren lässt.
Die Inszenierung erkundet das Leben und die Körper von Menschen, die sich als fett identifizieren. Im Mittelpunkt steht die Waage als Symbol, während die Darsteller:innen sich für ihre Körper entschuldigen und ihre Erfahrungen mit Gewicht und Essen teilen.
Die fast drei Stunden dauernde Show zeigt sieben Schauspieler:innen, die sich nackt ausziehen und auf der Bühne mit Butter interagieren. Sie stürzen sich in Fressgelage, wickeln sich in Alufolie ein und posieren am Ende wie Bodybuilder:innen. Julie Teuf, eine der Performenden, reicht dem Publikum Butter und lädt es ein, sie zu probieren und an einer Verlosung teilzunehmen.
Beschrieben als rebellische Science-Fiction, verbindet die Performance scharfen Witz mit kompromissloser Energie. Inspiriert ist sie von den Lebensgeschichten eines Popstars und einer Astrophysikerin, die – wie Chaillon selbst – aus derselben stigmatisierten Banlieue stammen.
Die Aufführung stellt mit ihrem provokanten, immersiven Ansatz gesellschaftliche Wahrnehmungen von Körperbildern und Stigmatisierung infrage. Sie ist Chaillons jüngstes Werk, in dem persönliche Erzählungen mit theatralischen Provokationen verschmelzen.






