14 March 2026, 00:13

Rechtsextreme Gewerkschaft zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Ein Blatt mit der Aufschrift "Neuer Markt, die Abstimmung, Mr. Williams' Vorschlag für gegen Mehrheit".

Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gewerkschaft zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Zum ersten Mal hat eine kleine Gewerkschaft mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Organisation Zentrum Automobil, kurz Zentrum, sicherte sich bei der Wahl im Werk Braunschweig zwei Mandate, nachdem sie 6,49 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Das Ergebnis markiert einen Wandel in der traditionell links geprägten Betriebsratsstruktur des Standorts.

Zentrum wurde 2009 im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Ursprünglich als Alternative zu den etablierten Gewerkschaften positioniert, hat die Organisation seitdem ihren Einfluss in der Automobilbranche ausgebaut. Bei Volkswagen trat die Gruppe nun erstmals mit einer eigenen Kandidatenliste an.

In Braunschweig entsprachen die 6,49 Prozent zwei der 35 zu vergebenden Sitze. Beide Kandidaten von Zentrum zogen in den Betriebsrat ein, doch wie aus Kreisen verlautete, hätte selbst eine höhere Zahl an Bewerbern keine zusätzlichen Mandate gebracht. Das Ergebnis steht in scharfem Kontrast zur Dominanz der IG Metall, die mit 78,5 Prozent der Stimmen und 28 Sitzen klar als stärkste Kraft hervorging.

Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Mandaten. Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall, wertete das Ergebnis als positives Signal in schwierigen Zeiten. Sie betonte, dass die Mehrheit der Belegschaft weiterhin hinter den etablierten Gewerkschaften und der Tarifbindung stehe.

Während in anderen Volkswagen-Werken wie Wolfsburg und Hannover in den vergangenen Jahren ein wachsender Einfluss rechtspopulistischer und konservativer Kräfte zu beobachten war, blieb der Betriebsrat in Braunschweig bisher fest in der Hand der IG Metall. Daten aus den Jahren 2022 bis 2025 zeigen jedoch eine generelle Verschiebung nach rechts in der Betriebsratspolitik einiger Standorte – insbesondere bei Themen wie Migration und Gewerkschaftspolitik.

Mit den beiden Sitzen hat Zentrum nun einen Fuß in der Tür des Volkswagen-Betriebsrats in Braunschweig. Zwar handelt es sich um eine Minderheitenposition, doch das Ergebnis unterstreicht die sich wandelnden Kräfteverhältnisse in der Interessenvertretung der Belegschaft.

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