14 March 2026, 12:10

Reform der Altersvorsorge scheitert an zu hohen Gebühren – Proteste wachsen

Eine alte Zeitungsanzeige für das Pension Inn in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: Über 100.000 Menschen unterschreiben Petition - Reform der Altersvorsorge scheitert an zu hohen Gebühren – Proteste wachsen

Pläne zur Reform der privaten Altersvorsorge stoßen auf heftigen Widerstand wegen zu hoher Gebühren

Die von der Bundesregierung geplante Reform des privaten Rentensystems stößt auf massive Kritik – vor allem wegen der vorgesehenen Gebühren. Die Riester-Rente soll durch ein neues, staatlich gefördertes Vorsorgekonto ersetzt werden. Doch Gegner halten die geplante Obergrenze von 1,5 Prozent Jahresgebühr für die meisten Sparer für inakzeptabel hoch.

Eine Petition der Finanztip-Stiftung hat bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren fordern strengere Vorgaben für die Kosten des neuen Vorsorgeprodukts.

Der Gesetzentwurf für das neue Altersvorsorgekonto sieht ein Standardangebot mit einer Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent vor. Zudem soll eine höhere, einkommensabhängige Förderung die Teilnahme attraktiver machen. Umfragen zeigen jedoch, dass nur 23 Prozent der potenziellen Nutzer diese Gebührenhöhe für angemessen halten.

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, plädiert für eine Deckelung bei 0,5 Prozent – das sei fairer und wirksamer. Berechnungen seiner Organisation belegen, wie hohe Gebühren die Ersparnisse über einen Zeitraum von 40 Jahren deutlich schmälern. Gleichzeitig geben 78 Prozent der möglichen Kunden an, dass niedrige Kosten ein entscheidendes Kriterium für ihre Teilnahme sind.

Die öffentliche Meinung spricht sich klar für strengere Limits aus: 30 Prozent befürworten eine Obergrenze von 0,5 Prozent, weitere 28 Prozent würden maximal 1 Prozent akzeptieren. Die Debatte macht deutlich, dass überzogene Gebühren die Attraktivität des neuen Systems noch vor dem Start untergraben könnten.

Die geplante Gebührenstruktur der Regierung kollidiert mit den Erwartungen der Sparer und den Empfehlungen von Experten. Da niedrige Kosten für viele Priorität haben, könnte der Erfolg des neuen Vorsorgekontos von weiteren Nachbesserungen abhängen. Der starke Zuspruch für die Petition deutet auf wachsenden Druck hin, das Modell verbraucherfreundlicher zu gestalten.

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