Rentenreform: Kommission schlägt Kapitaldeckung und höhere Altersgrenzen vor
Adriana HaufferRentenreform: Kommission schlägt Kapitaldeckung und höhere Altersgrenzen vor
Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hat weitreichende Reformen für das deutsche gesetzliche Rentenversicherungssystem vorgeschlagen. Die Pläne umfassen eine neue kapitalgedeckte Säule sowie Änderungen bei den Regelungen zum Renteneintrittsalter. Brandenburgs Ministerpräsident hat zu einer breiten Debatte über die Vorschläge aufgerufen.
Die Rentenkommission empfiehlt die Einführung eines kapitalgedeckten Elements, um die bestehende umlagefinanzierte Rente zu ergänzen. Zudem soll die Regelung abgeschafft werden, die es Beschäftigten mit 45 Beitragsjahren ermöglicht, vorzeitig ohne Abzüge in Rente zu gehen.
Weitere Vorschläge sehen vor, das Renteneintrittsalter über 67 Jahre hinaus an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Frühverrentungsoptionen sollen stärker eingeschränkt werden. Die Kommission schlägt zudem vor, dass Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, während Beamte weiterhin ausgenommen bleiben sollen.
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, die Empfehlungen der Kommission zügig umzusetzen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte unterdessen eine umfassende Diskussion über die Zukunftssicherung des Rentensystems. Er betonte, dass geprüft werden müsse, wie sich die Änderungen auf Rentner in Ostdeutschland auswirken würden.
Die Oppositionsparteien in Brandenburg, AfD und BSW, kritisierten die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung der Frühverrentung. Woidke forderte zudem, auch Beamte in die Reformdebatte einzubeziehen.
Die vorgeschlagenen Reformen zielen auf ein einheitliches, einkommensbezogenes Rentensystem für die meisten Berufsgruppen ab. Nun steht die Bundesregierung vor der Aufgabe, die Empfehlungen in konkrete Politik umzusetzen. Im Mittelpunkt der Debatte werden voraussichtlich Fragen der Gerechtigkeit und die regionalen Auswirkungen stehen.






