Reutlinger Polizei und Gedenkstätte stärken Demokratie durch historische Aufklärung
Adriana HaufferReutlinger Polizei und Gedenkstätte stärken Demokratie durch historische Aufklärung
Neue Partnerschaft zwischen dem Polizeipräsidium Reutlingen und der Initiative Gedenkstätte Ehrenfriedhof Feld X stärkt demokratische Werte in der Behörde
Eine neu geschlossene Kooperation zwischen dem Polizeipräsidium Reutlingen und der Initiative Gedenkstätte Ehrenfriedhof Feld X soll demokratische Grundwerte innerhalb der Polizei festigen. Die am 18. März 2026 unterzeichnete Vereinbarung besiegelt ein Projekt, das auf Bildung, Toleranz und interkulturellen Austausch abzielt.
Im Rahmen der Initiative werden Polizeibeamt:innen künftig Führungen durch die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus" erhalten – ergänzt durch Vorträge und Exkursionen, um ihr Verständnis für historische und politische Zusammenhänge zu vertiefen.
Die Zusammenarbeit wurde von Polizeipräsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, Leiterin der Initiative Gedenkstätte Ehrenfriedhof Feld X, besiegelt. Beide Seiten betonten die Bedeutung des Projekts für die politische Bewusstseinsbildung innerhalb der Behörde.
Die Ausstellung thematisiert die Verstrickungen des Anatomischen Instituts der Universität Tübingen in das NS-Regime. Für die Reutlinger Polizeikräfte sind bereits regelmäßige Führungen vorgesehen, die Einblicke in dieses dunkle Kapitel der Geschichte geben.
Fünf sogenannte "Strategische Multiplikator:innen" aus den Reihen der Polizei erhielten eine spezielle Schulung, um die Initiative zu begleiten. Zu ihren Aufgaben gehören die Organisation von Bildungsbesuchen, Gastvorträgen und Fortbildungsveranstaltungen. Vogel unterstrich, dass solche Formate essenziell für die politische Bildung seien und die Relevanz der Ausstellung für die Polizeiarbeit hervorhoben.
Schön Hagen dankte der Polizei für ihr Engagement und bezeichnete die Zusammenarbeit als "bedeutsamen Schritt". Das Projekt ist Teil des landesweiten Programms "Strategische Partnerschaften für Demokratie und Toleranz", das 2024 ins Leben gerufen wurde und demokratische Prinzipien sowie interkulturellen Dialog in der Polizei verankern soll.
Die unterzeichnete Vereinbarung sichert die langfristige Zusammenarbeit zwischen Polizei und Gedenkstätte. Beamt:innen erhalten damit strukturierten Zugang zu historischen Ausstellungen und Bildungsangeboten. Ziel der Initiative ist es, ein nachhaltiges Bewusstsein für demokratische Werte und die Folgen autoritärer Regime zu schaffen.






