Rücktritt des Stadtwerke-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal
Berndt MitschkeRücktritt des Stadtwerke-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, nachdem ein Immobilienskandal mit Beteiligung lokaler Politiker aufgedeckt wurde. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen große Investitionen plant, gleichzeitig aber auch Einsparungen im ÖPNV-Bereich anstrebt. Als Grund für seine Entscheidung nannte Hermes einen Vertrauensbruch mit der Bonner politischen Führung.
Hermes hatte den Immobilienskandal bereits im Dezember aufgedeckt. Eine interne Untersuchung ergab, dass Bonns Oberbürgermeister Guido Déus, sein Stellvertreter und der Stadtbeamte Sebastian Schuster versucht hatten, den kommunalen Versorger davon abzuhalten, ein Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar weiterzuverfolgen. Die Einmischung soll auf die Interessen eines örtlichen Busunternehmers zurückgehen, der zugleich ein bedeutender Spender der CDU ist.
Der Aufsichtsrat der Bonner Stadtwerke bekräftigte öffentlich sein Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung. Trotz dieser Rückendeckung bestätigte Hermes, bis zum Sommer zurückzutreten. Das Unternehmen plant nun, einen vertraulichen Bericht über den Vorfall an die Bonner Staatsanwaltschaft zu übermitteln.
Stand März 2026 haben die Ermittler auf Basis der vorliegenden Unterlagen ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Konkrete Schritte oder weitere Maßnahmen wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben; der Fall bleibt weiterhin in Prüfung.
Hermes' Abgang hinterlässt die Bonner Stadtwerke vor finanziellen Herausforderungen und politischer Unsicherheit. Das Unternehmen muss nun sowohl seine Investitionspläne vorantreiben als auch die Folgen des Skandals bewältigen. Die Staatsanwaltschaft prüft weiterhin die Vorwürfe, ohne dass bisher konkrete Maßnahmen ergriffen wurden.