18 March 2026, 18:13

SPD scheitert mit Forderung nach landeseigenem Wohnungsunternehmen in Schleswig-Holstein

Ein detailliertes architektonisches Zeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, das als erstes Haus in Deutschland gilt, begleitet von Text und strukturellen Plänen auf Papier.

Nord-SPD fordert Wohnungsgesellschaft - SPD scheitert mit Forderung nach landeseigenem Wohnungsunternehmen in Schleswig-Holstein

Die SPD in Schleswig-Holstein hat sich für die Gründung eines landeseigenen Wohnungsunternehmens starkgemacht, um die Krise beim bezahlbaren Wohnraum in der Region zu bewältigen. Ihr Vorschlag wurde jedoch von der regierenden Koalition blockiert, die stattdessen den Plan für eine Beratungsagentur unterstützte, die Kommunen bei der Wohnraumförderung zur Seite stehen soll.

Die Debatte offenbart eine tiefe Spaltung darüber, wie der soziale Wohnungsbau am besten vorangetrieben werden kann: Während die SPD auf direkte staatliche Eingriffe pocht, setzt die von CDU und Grünen geführte Landesregierung auf Beratung statt auf Bauprojekte.

Die Sozialdemokraten argumentierten, ein landeseigenes Unternehmen könne Grundstücke erwerben, Immobilien entwickeln und einen langfristigen Wohnungsbestand aufbauen. Der SPD-Abgeordnete Thomas Hölck warnte, dass rund 18.000 geförderte Wohnungen in naher Zukunft ihren bezahlbaren Status verlieren könnten. Er betonte die Dringlichkeit, den öffentlichen Wohnungsbau auszuweiten, um weitere Engpässe zu verhindern.

CDU, FDP und Grüne lehnten den SPD-Antrag ab. Stattdessen billigten sie einen gemeinsamen Vorschlag mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW), der die Einrichtung einer Beratungsstelle vorsieht. Diese Behörde soll Gemeinden bei der Planung und Finanzierung von Wohnprojekten unterstützen, selbst aber keine Wohnungen bauen.

Während Schleswig-Holstein noch über den richtigen Ansatz diskutiert, haben andere Bundesländer bereits unterschiedliche Wege eingeschlagen. Brandenburg und Nordrhein-Westfalen haben die Förderung für den sozialen Wohnungsbau deutlich erhöht, was zu einem Anstieg der Baugenehmigungen führte – allein im Januar 2026 gab es ein Plus von 8,4 Prozent. In Potsdam hat die landeseigene ProPotsdam GmbH bereits 260 Haushalte in günstigere Wohnungen umgesiedelt.

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Die Ablehnung des SPD-Plans bedeutet, dass Schleswig-Holstein auf eine beratungsorientierte Lösung setzt – statt auf ein staatlich gesteuertes Bauprogramm. Angesichts tausender gefährdeter geförderter Wohnungen wird diese Entscheidung die Wohnraumpolitik der Region in den kommenden Jahren prägen. Der Erfolg ähnlicher Modelle in anderen Bundesländern könnte künftige politische Weichenstellungen beeinflussen.

Quelle