14 March 2026, 08:13

Streit um Altersvorsorge: Wird die 1,5-Prozent-Gebühr Sparer überfordern?

Ein altes Buch mit einer Sammlung von deutschen Banknoten verschiedener Nennwerte, die von 1 bis 99 auf ihm verteilt sind.

Streit um Altersvorsorge: Wird die 1,5-Prozent-Gebühr Sparer überfordern?

Deutschlands Pläne zur Reform der privaten Altersvorsorge sorgen für heftige Diskussionen. Im Mittelpunkt steht ein vorgeschlagener Höchstsatz von 1,5 Prozent jährlicher Gebühren auf Ersparnisse – Kritiker halten diesen Wert jedoch für zu hoch. Die Bundesregierung will das schlecht performende Riester-Renten-Modell durch ein neues, marktnahes Vorsorgekonto ersetzen, das höhere Renditen verspricht.

Das bestehende Riester-Renten-System steht seit Jahren in der Kritik, da es im Schnitt nur magere Erträge abwirft. Die verpflichtende Garantie auf Einlagen zwingt Anbieter zu sicheren, aber ertragsschwachen Investitionen. Bis Anfang 2026 erhielten nur noch 10 von 16 Millionen Verträgen staatliche Zulagen – ein deutliches Zeichen für den schwindenden Zuspruch.

Am 16. März findet eine parlamentarische Anhörung statt, in der die kontroversen Positionen zu den Gebührenobergrenzen diskutiert werden. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigt sich bereit, die Kosten für Sparer durch Deckelung der Gebühren zu senken. Verbraucherschützer und Teile der SPD fordern jedoch schärfere Regeln: Einige plädieren für eine Obergrenze von nur 0,5 Prozent. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, argumentiert, selbst ein Limit von 0,5 Prozent reiche aus, um Sparer ausreichend zu schützen.

Die Reform sieht zudem ein standardisiertes, staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt vor, das den Wettbewerb unter den Anbietern beleben soll. Befürworter versprechen sich davon sinkende Kosten und bessere Renditen. Doch die 1,5-Prozent-Grenze bleibt der größte Zankapfel: Abgeordnete und Experten sind uneins, ob sie fair und wirksam ist.

Das Ergebnis der Anhörung am 16. März könnte die Zukunft der privaten Altersvorsorge in Deutschland prägen. Die Entscheidung über die Gebührendeckel wird maßgeblich bestimmen, wie viel Sparer künftig zahlen müssen – und wie wettbewerbsfähig das neue System wird. Zudem hängt von den finalen Reformschritten ab, ob die Riester-Rente vollständig abgeschafft wird.

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