11 April 2026, 14:13

Streit um Regionalliga-Reform: Warum das Kompassmodell die bessere Lösung sein soll

Alte Deutschlandkarte zeigt die Provinzen Bayern, Baden-Württemberg und Baden auf Papier mit Text zu den Regionen.

Streit um Regionalliga-Reform: Warum das Kompassmodell die bessere Lösung sein soll

Ein vorgeschlagener Reformplan für die deutsche Regionalliga hat eine hitzige Debatte unter Vereinen und Funktionären ausgelöst. Das von einer Arbeitsgruppe vorgelegte Regionalmodell stößt bei wichtigen Akteuren des Fußballs auf scharfe Kritik. Viele bevorzugen stattdessen das Kompassmodell, das sie als gerechtere und praktikablere Lösung ansehen.

Das Regionalmodell sieht vor, die aktuellen fünf Staffeln umzustrukturieren, indem die Ligen Nord, Nordost und Bayern zu zwei Spielklassen zusammengefasst werden. Die West- und Südwest-Staffeln blieben dagegen unverändert. Dieser Ansatz trifft auf massiven Widerstand – insbesondere von Hermann Winkler, dem Präsidenten des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV). Er bezeichnete den Plan als "völlig realitätsfremd" und warnte, dieser würde den NOFV effektiv auflösen und Vereine für ihre Kritik bestrafen.

Winkler argumentiert, das Kompassmodell – ein System, das die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnet – sei deutlich fairer. Unterstützung erhält er von Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, der das Regionalmodell als "schlechten Witz" abtat. Meyer wirft der Führung des deutschen Fußballs "besorgniserregende Fehleinschätzungen" vor.

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Die Zustimmung zum Kompassmodell ist breit gestreut. Rund 70 Vereine der Initiative "Aufstiegsreform 2025" unterstützen es, darunter Toni Wachsmuth, Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig. Er hob die Nordost-Regionalliga als die wettbewerbsintensivste und bestbesuchte Liga hervor, mit traditionsreichen Vereinen und starkem Fan-Engagement. Tommy Haeder, Sprecher der Reformkampagne, bezeichnete die anstehende Entscheidung als politisch und wegweisend für die Zukunft des deutschen Fußballs.

Kritiker monieren, das Regionalmodell gehe an den zentralen Problemen vorbei. Winkler ging noch weiter und nannte es "inakzeptabel" und "keine Lösung", während Vereine ein System fordern, das Fairness, Tradition und Praktikabilität in Einklang bringt.

Der Streit um die Regionalliga-Reform bleibt ungelöst, die Lager sind gespalten. Während das Kompassmodell breite Unterstützung genießt, stößt der Regionalvorschlag weiterhin auf Ablehnung. Die endgültige Entscheidung wird die Struktur des Amateurfußballs in Deutschland für Jahre prägen.

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