Sven Schulze wird Sachsen-Anhalts neuer Ministerpräsident – was ihn von Haseloff unterscheidet
Adriana HaufferSven Schulze: Was ich von Reiner Haseloff gelernt habe - Sven Schulze wird Sachsen-Anhalts neuer Ministerpräsident – was ihn von Haseloff unterscheidet
Sven Schulze bereitet sich darauf vor, im Januar das Amt des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt zu übernehmen. Der 45-jährige CDU-Politiker wird Reiner Haseloff ablösen, der das Land seit über einem Jahrzehnt regiert hat. Schulzes Führungsstil und Hintergrund unterscheiden ihn in zentralen Punkten von seinem Vorgänger.
Schulzes politische Karriere gewann Ende 2016 an Fahrt, als er mit 37 Jahren Generalsekretär der CDU wurde. Bis März 2021 hatte er sich zum Landesvorsitzenden hochgearbeitet und eine Koalitionsregierung mit SPD und FDP gebildet.
Seine Herangehensweise an Entscheidungen spiegelt Lehren wider, die er von Haseloff übernommen hat – darunter die Gewohnheit, wichtige Entscheidungen erst nach einer Nacht Bedenkzeit zu treffen. Schulze teilt zudem Haseloffs Vertrauen in jüngere Kollegen, ein Merkmal, das seinen Führungsstil prägt. Beide Politiker beginnen Gespräche oft mit der Frage „Wo kommen Sie her?“. – eine einfache Frage, die den Austausch über die Gemeinden Sachsen-Anhalts eröffnet. Haseloff bezeichnete Schulze als jemanden mit der „Erfahrung und Ausstrahlung“, die für einen reibungslosen Übergang nötig seien. Gleichzeitig betonte er, dass sich jeder Nachfolger in der Rolle erst beweisen müsse. Die beiden pflegen ein enges Verhältnis; selbst nach Haseloffs Amtszeit sieht Schulze in ihm einen vertrauten Berater.
Mit seinem Alter und seiner familiären Situation wird Schulze eine neue Perspektive in das Amt einbringen. Im Gegensatz zu Haseloff steht er für eine jüngere Generation von Führungskräften in der Landesregierung.
Wenn Schulze sein Amt antritt, wird seine Führung sowohl von seinem eigenen politischen Werdegang als auch vom Einfluss seines Vorgängers geprägt sein. Der Wechsel markiert eine Zäsur in Sachsen-Anhalts Regierung: Ein neuer Ministerpräsident verbindet institutionelles Wissen mit einem anderen persönlichen Hintergrund. Seine Fähigkeit, Wähler zu erreichen und die Koalition zu steuern, wird in den kommenden Monaten genau beobachtet werden.
