Thüringen diskutiert Abschaffung der Pflichtprüfung für Gymnasiasten in der 10. Klasse
Berndt MitschkePetition gegen Leistungsfeststellung für Gymnasiasten - Thüringen diskutiert Abschaffung der Pflichtprüfung für Gymnasiasten in der 10. Klasse
In Thüringen fordert eine Petition Änderungen bei den Abschlussprüfungen an Gymnasien. Konkret soll die verpflichtende Leistungsbewertung am Ende der 10. Klasse abgeschafft werden. Bereits über 2.700 Menschen unterstützen den Vorschlag.
Die Initiative setzt sich zudem dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler, die in die 11. Klasse aufsteigen, automatisch einen anerkannten Realschulabschluss erhalten – selbst wenn sie später ihr Abitur nicht bestehen.
Die aktuelle Regelung, die eine Leistungsüberprüfung in der 10. Klasse vorschreibt, wurde 2004 eingeführt. Sie folgte auf den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium und sollte sicherstellen, dass Schüler auch ohne abgeschlossenes Abitur mit einem qualifizierten Abschluss die Schule verlassen.
Die Linke unterstützt die Ziele der Petition. Die Partei argumentiert, dass freiwillige Leistungsüberprüfungen Schülerinnen und Schülern dennoch helfen könnten, ihren Lernstand zu ermitteln. Gleichzeitig befürwortet sie die automatische Vergabe der Abschlüsse an alle, die in die 11. Klasse wechseln.
Bisher ist kein offizieller Initiator oder keine Initiatorengruppe der Petition namentlich bekannt. Doch die 2.780 Unterschriften zeigen ein wachsendes öffentliches Interesse an einer Reform des Systems.
Bei Erfolg würde die Petition eine langjährige Pflicht für Thüringer Gymnasiasten abschaffen: Wer in die 11. Klasse aufsteigt, müsste dann keinen verpflichtenden Test mehr ablegen, um einen mittleren Schulabschluss zu erwerben. Die Änderung könnte auch den Druck auf Schüler verringern, die später mit dem Abitur kämpfen.
