Einkaufen und Telemedizin: Neue Versorgungsmodelle geplant - Thüringen testet "Läden der Zukunft" gegen Stadt-Land-Gefälle
Die Thüringer Landesregierung bereitet die Erprobung eines neuen Ansatzes für die Versorgung im ländlichen Raum vor. Unter dem Namen 'Thüringen-Läden' soll die Initiative lokale Geschäfte in vielseitige Gemeinschaftszentren verwandeln. Damit will man die Kluft zwischen Stadt und Land beim Zugang zu Alltagsdienstleistungen verringern.
Das Konzept wurde erstmals im Koalitionsvertrag der Thüringer 'Schwarz-Rot-Grünen' – also der Partnerschaft aus CDU, SPD und Grünen – vorgestellt. Geplant ist die Umnutzung bestehender Gebäude, um Räume zu schaffen, die mehr als nur Einkaufsmöglichkeiten bieten. Zu den vorgesehenen Angeboten zählen unter anderem ein 24-Stunden-Einzelhandel, grundlegende telemedizinische Beratungen sowie Räumlichkeiten für Sprechstunden von Ärztinnen und Ärzten.
Diskutiert werden zudem Drohnenlieferungen für Apothekenbedarf und ein digitaler Zugang zu kommunalen Verwaltungsleistungen. Ergänzend zu den Läden soll eine 'Ländliche Akademie' entstehen, die Erfolgsbeispiele sammelt, Beratung anbietet und innovative Lösungen für die ländliche Entwicklung verbreitet.
Noch in diesem Jahr sollen erste Tests starten, doch konkrete Standorte oder Partner stehen bisher nicht fest. Während die Regierung nach Kooperationen mit Anbietern sucht, wurden noch keine Pilotprojekte endgültig vereinbart.
Ziel der Initiative ist es, der Landbevölkerung Dienstleistungen zu bieten, wie sie sonst nur in Städten verfügbar sind. Bei Erfolg könnte das Modell die Art und Weise verändern, wie Gemeinden in Thüringen grundlegende Versorgungsleistungen nutzen. Die ersten Versuche werden zeigen, ob sich das Konzept flächendeckend umsetzen lässt.
