11 January 2026, 06:16

Thüringen testet vorbefüllte Steuererklärungen nach Hessen-Vorbild bis 2027

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Keine Stress mit Steuererklärungen? - Neues Modell möglich - Thüringen testet vorbefüllte Steuererklärungen nach Hessen-Vorbild bis 2027

Thüringen prüft neues System für vereinfachte Steuererklärungen

Thüringen erwägt die Einführung eines neuen Systems, das Steuererklärungen für Bürger unter bestimmten Voraussetzungen von den Behörden vorab ausfüllen lässt. Der Vorschlag folgt einem erfolgreichen Pilotprojekt in Hessen, wo vorbefüllte Erklärungen die Bearbeitungszeit auf wenige Wochen verkürzten. Beide großen Steuerzahlerverbände in Deutschland unterstützen die Idee bereits und bezeichnen sie als Schritt zu einer einfacheren und schnelleren Steuerabwicklung.

In Hessen nutzt das Finanzamt bereits vorhandene Daten, um die Erklärungen für Teilnehmer vorzubesetzen. Stimmen die Steuerzahler den Angaben zu, erhalten sie ihren Bescheid innerhalb weniger Wochen. Das System wurde vom Bund der Steuerzahler und der Deutschen Steuer-Gewerkschaft gelobt.

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Das Thüringer Finanzministerium prüft nun einen ähnlichen Ansatz, zunächst für Fälle wie Pflichtveranlagungen bei Arbeitnehmern oder Rentnern. Das Modell würde eine digitale Abgabe ermöglichen, wobei der fertige Bescheid direkt an den Steuerzahler oder seinen Vertreter übermittelt wird. Da bereits fast 80 Prozent der Thüringer ihre Erklärung digital einreichen, könnte der Übergang zur Automatisierung reibungslos verlaufen. Der Haushaltspolitiker der CDU, Maik Kowalleck, treibt die Umsetzung voran und argumentiert, dass der Staat die ohnehin vorliegenden Daten nutzen sollte, um den Prozess zu vereinfachen. Er schlägt eine landesweite Einführung bis 2027 vor – abhängig von politischer Unterstützung und praktischen Tests. Bei rascher Lösung technischer und organisatorischer Hürden könnte der Start sogar schon 2026 erfolgen. Der Freistaat plant eine appbasierte Lösung über die bestehende Elster-Software. Steuerzahler könnten ihre Erklärung mit einem Klick erstellen, prüfen und abschicken. Kowalleck regte zudem an, das System durch länderübergreifende Zusammenarbeit bundesweit auszurollen.

Das geplante Modell würde einen Großteil des Aufwands von den Bürgern auf die Behörden verlagern. Bei Umsetzung könnte es die Bearbeitungszeiten verkürzen und Millionen von Steuerzahlern Bürokratie ersparen. Die nächsten Schritte hängen von politischer Einigung, technischer Machbarkeit und der endgültigen Entscheidung ab, ob Hessen als Vorbild dienen soll.