Thüringenkolleg Weimar stoppt Neuaufnahmen für das Abitur nach dem zweiten Bildungsweg
Berndt MitschkeCDU-Abgeordneter hofft auf Lösung für Thüringen-Kolleg - Thüringenkolleg Weimar stoppt Neuaufnahmen für das Abitur nach dem zweiten Bildungsweg
Thüringenkolleg in Weimar stellt Aufnahme neuer Studierender ein
Das Thüringenkolleg in Weimar, eine Bildungseinrichtung, an der Erwachsene über den zweiten Bildungsweg ihr Abitur nachholen können, wird im kommenden akademischen Jahr keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Das Thüringer Bildungsministerium begründete die Entscheidung mit hohen Betriebskosten und geringen Abschlusszahlen.
Die Einrichtung ermöglicht es Erwachsenen, innerhalb von drei Jahren die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Doch im vergangenen Jahr schlossen nur 25 Studierende erfolgreich ab, während das Programm jährlich rund eine Million Euro kostet. Daher werden ab dem nächsten Aufnahmeverfahren keine neuen Bewerbungen mehr angenommen – bestehende Studierende können ihr Studium jedoch wie geplant abschließen.
Die Schließung stößt auf politischen Widerstand. Der CDU-Landtagsabgeordnete Lennart Geibert sprach sich gegen die Entscheidung aus und forderte das Bildungsministerium auf, nach einer alternativen Lösung zu suchen. Gleichzeitig rief Ulrike Grosse-Röthig, bildungspolitische Sprecherin der Linken, Bildungsminister Christian Tischner (CDU) dazu auf, den Beschluss rückgängig zu machen. Die Linke plant zudem, die Angelegenheit im Bildungsausschuss weiter zu beraten.
Erwachsene, die in Thüringen über den zweiten Bildungsweg das Abitur nachholen möchten, haben weiterhin andere Möglichkeiten, etwa Volkshochschulen oder Fernlehrgänge. Unklar bleibt jedoch, inwieweit diese Angebote flächendeckend in Deutschland verfügbar sind.
Die Einstellung der Neuaufnahmen am Thüringenkolleg tritt für Bewerberinnen und Bewerber ab dem nächsten akademischen Jahr in Kraft. Aktuelle Studierende können ihr Studium bis zum Abschluss fortsetzen. Die Debatte über die Entscheidung wird voraussichtlich im Bildungsausschuss weitergeführt, wo weiterhin nach Alternativen gesucht wird.
