Thüringens Bauwirtschaft erwartet 2026 stagnierende Umsätze und schwache Nachfrage
Hilda Dussen vanBauunternehmen erwarten keine Welle öffentlicher Ausschreibungen - Thüringens Bauwirtschaft erwartet 2026 stagnierende Umsätze und schwache Nachfrage
Thüringens Bauwirtschaft blickt mit verhaltener Skepsis auf das Jahr 2026 – Wachstum bleibt unwahrscheinlich
Für das Baugewerbe in Thüringen zeichnet sich 2026 ein verhaltenes Bild ab: Mit nennenswertem Wachstum rechnet die Branche nicht. Umsätze und Beschäftigtenzahlen werden voraussichtlich auf dem Niveau von 2025 verharren – trotz anhaltender Herausforderungen. Eine Erholung im kommenden Jahr erscheint den Unternehmen unwahrscheinlich.
2025 hatte die Branche mit verzögerten Haushaltsfreigaben und schwacher Nachfrage im Wohnungsbau zu kämpfen. Hohe Materialkosten und steigende Zinsen hielten Investoren davon ab, neue Projekte anzustoßen. Die Auftragseingänge brachen im Vergleich zum Vorjahr deutlich ein, eine Besserung ist nicht in Sicht.
Besonders der Straßenbau wird 2026 voraussichtlich um einen zweistelligen Prozentsatz schrumpfen. Auf Impulse durch Bundes- oder Landesförderprogramme im nächsten Jahr hoffen die Firmen nicht. Selbst die über zwölf Jahre verteilten 2,7 Milliarden Euro aus dem Bundesinfrastrukturfonds werden der Branche kaum kurzfristige Entlastung bringen. Der Fachkräftemangel bleibt ein Dauerproblem, obwohl der Sektor langfristig Potenzial birgt. Aktuell arbeiten rund 24.000 Menschen in den Kernberufen des Thüringer Baugewerbes. Angesichts der unsicheren Marktlage scheuen die Unternehmen jedoch weiter vor größeren Investitionen zurück.
Insgesamt erwartet die Bauwirtschaft in Thüringen für 2026 eher Stabilität als Aufschwung. Beschäftigung und Umsätze dürften stagnieren, während die Nachfrage schwächelt. Ohne spürbaren Anstieg bei Aufträgen oder Investitionen steht die Branche vor einem weiteren schwierigen Jahr.
