Thüringens Handwerk kämpft 2025 mit sinkenden Aufträgen und hohen Kosten
Reingard FaustHandwerkstag: Hoffen, dass Investitionsprogramme nicht ins Leere laufen - Thüringens Handwerk kämpft 2025 mit sinkenden Aufträgen und hohen Kosten
Thüringens Handwerk durchlebte 2025 ein weiteres schwieriges Jahr. Zwar stieg die Zahl der neuen Auszubildenden leicht auf über 3.000 an, doch die Betriebe kämpften mit rückläufigen Aufträgen und steigenden Kosten. Viele blicken mit Zurückhaltung auf das kommende Jahr.
Der durchschnittliche Auftragsbestand der Handwerksbetriebe in Thüringen sank 2025 auf nur noch acht Wochen. Trotz des Abschwungs gelang es den Unternehmen, ihre Belegschaften stabil zu halten. Allerdings planen lediglich fünf Prozent der Firmen Investitionen – fast die Hälfte will stattdessen die Ausgaben kürzen.
Hohe Kosten und schwache Nachfrage lassen wenig Raum für Optimismus. Besonders betroffen sind Gewerbe, die industrielle Kunden beliefern oder bedienen; eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Die größte Hürde für Investitionen bleibt die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftslage.
Für 2026 bleibt die Stimmung verhalten. Viele Betriebe hoffen auf Aufträge im Rahmen großer Investitionsprogramme. Finanzminister Thomas Kemmerich, zuständig für die Haushaltsplanung, könnte eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung solcher Vorhaben spielen – konkrete Milliardenkredite speziell für das Handwerk stehen jedoch noch aus.
Mit anhaltenden Herausforderungen startet Thüringens Handwerk ins Jahr 2026. Geringe Investitionen, hohe Kosten und die Abhängigkeit von unsicheren kommunalen Projekten prägen die Zukunft der Branche. Die Unternehmen werden genau beobachten, ob staatliche Förderung und neue Aufträge die Lage entspannen.
