24 December 2025, 20:14

Thüringens Nachbarschaftshilfe droht durch Pflege-Streit zu kollabieren

Häuser links, Bäume rechts, unter einem bewölkten Himmel.

Hunderte von Nachbarschaftspflegern - Sorgen vor Einschnitten - Thüringens Nachbarschaftshilfe droht durch Pflege-Streit zu kollabieren

In Thüringen engagieren sich Hundertschaft Freiwillige täglich für Pflegebedürftige und helfen ihnen, länger selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Diese Nachbarschaftshelfer:innen unterstützen bei Alltagsaufgaben – sei es durch Begleitung zu Terminen oder die Erledigung von Besorgungen. Doch nun wachsen die Sorgen, dass die Finanzierung dieser wichtigen Dienste durch die anhaltenden Diskussionen über die Pflegeversicherungsfinanzierung gefährdet sein könnte.

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In der gesamten Region erhalten rund 194.000 Menschen Pflegeleistungen, davon sind 26.000 dem Pflegegrad 1 zugeordnet. Viele von ihnen sind auf die Nachbarschaftshilfe angewiesen, um ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Krankenkassen wie die AOK Plus und die Barmer haben gemeinsam etwa 2.500 geschulte Helfer:innen registriert – allein die AOK Plus führt 2.100 Ehrenamtliche in ihren Listen.

Die Leistungen der Helfer:innen können über die Pflegeversicherung finanziert werden. Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden, erhalten monatlich einen Entlastungsbetrag von 131 Euro, der auch für Nachbarschaftshilfe eingesetzt werden darf. Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) betont die Bedeutung dieser Unterstützung und warnt, dass Kürzungen die Pflegebedürftigkeit beschleunigen und langfristig höhere Kosten verursachen könnten. Schenk kritisiert zudem Pläne, die Leistungen für Menschen mit Pflegegrad 1 einzuschränken. Ihrer Ansicht nach ist die Nachbarschaftshilfe entscheidend, um ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Ohne sie drohe vielen ein früherer Umzug in stationäre Einrichtungen – mit zusätzlicher Belastung für das System.

Die Debatte um die Finanzierung der Pflegeversicherung hält an, und mögliche Kürzungen bedrohen die Nachbarschaftshilfe-Programme. Sollten die Mittel gekürzt werden, könnten Tausende Pflegebedürftige in Thüringen den Zugang zu wichtiger Alltagshilfe verlieren. Die Folge wären höhere Pflegekosten und eine stärkere Abhängigkeit von professionellen Dienstleistungen in Zukunft.