04 March 2026, 20:07

Till Lindemanns Buchsignierstunde in Berlin polarisiert trotz eingestellter Ermittlungen

Ein Konzertplakat mit Text, der ein Ereignis in München, Deutschland, ankündigt.

Till Lindemanns Buchsignierstunde in Berlin polarisiert trotz eingestellter Ermittlungen

Eine kürzliche Buchvorstellung mit Signierstunde in Berlin mit Rammstein-Frontmann Till Lindemann zog Hundertschaft treuer Fans an – trotz anhaltender Kontroversen. Die Veranstaltung fand statt, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Machtmissbrauchs und sexueller Verfehlungen gegen ihn eingestellt hatte. Die Angelegenheit spaltet weiterhin Anhänger und Kritiker.

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Ursprünglich in einem linksalternativen Kulturzentrum geplant, wurde die Lesung nach Protesten und öffentlichem Gegenwind verlegt.

Schon Stunden vor Beginn der Signierstunde bildeten sich in Berlins Stadtteil Wilhelmsruh lange Schlangen, einige Fans hatten sogar über Nacht vor dem Laden kampiert. Darunter war auch die 17-jährige Emma, die ihr Taschengeld gespart hatte, um sich Lindemanns 98-Euro-Buch zu kaufen. Die Begegnung mit dem Sänger, die ganze 20 Sekunden dauerte, bezeichnete sie als "unglaublich mega".

Andere, wie die langjährige Fan Cathrin aus Leipzig, stellten sich hinter Lindemann und wiesen die Vorwürfe zurück. Viele Teilnehmer der Veranstaltung waren überzeugt, dass es keine strafrechtlich relevanten Beweise für die im Zuge des "Row-Zero"-Skandals erhobenen Anschuldigungen gebe.

Eigentlich sollte die Signierstunde im Astra Kulturhaus, einer linksalternativen Location, stattfinden. Nach massiver Online-Empörung und angekündigten Protesten wurde sie jedoch in den Rammstein-Shop verlegt. Rund 500 Demonstranten der Initiative Keine Bühne für Täter hatten bereits im März 2026 gegen einen Auftritt Lindemanns im selben Haus protestiert. Emmas Mutter räumte ein, dass die Wahl des ursprünglichen Veranstaltungsorts an der Warschauer Straße "nicht gut durchdacht" gewesen sei und nachvollzog die Forderungen nach einem Boykott. Zudem halte sie die Inhalte des Buches für "nicht jugendfrei".

Trotz aller Kritik blieb die Stimmung unter den Fans euphorisch. Nach der Signierstunde kauften viele begeistert Rammstein-Merchandise – ein deutliches Zeichen der ungebrochenen Unterstützung für die Band und ihren Sänger.

Da die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hatte, fand die Veranstaltung ohne rechtliche Konsequenzen statt. Während die Fans mit signierten Büchern und Fanartikeln nach Hause gingen, äußerten Kritiker weiterhin Bedenken wegen der Vorwürfe. Die Debatte über Lindemanns öffentliche Auftritte bleibt damit ungelöst.