24 March 2026, 14:11

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew feiert triumphale Rückkehr in Berlin

Plakat für eine Pariser Ballettvorstellung im Jahr 1909 mit dem Titel "Saison Russe" und einer gemalten Tänzerin in einer anmutigen Pose.

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew feiert triumphale Rückkehr in Berlin

Ein Ballett über das Leben Rudolf Nurejews gewinnt nach seinem Verbot in Russland neue Bedeutung

Die Produktion, die 2017 erstmals auf die Bühne kam, zeichnet den Weg des legendären Tänzers von seiner sowjetischen Ausbildung bis zum internationalen Ruhm nach. Die jüngste Wiederaufführung in Berlin zog ausverkaufte Häuser an und unterstrich damit seine anhaltende Faszination und die umstrittenen Themen des Stücks.

Nurejew wurde 1938 geboren und starb 1993 in Paris an den Folgen von AIDS. Seine außergewöhnliche Karriere begann unter der Ägide seines Mentors Alexander Puschkin, bevor er dramatisch nach Frankreich überlief. Nach seinem Tod wurde sein Nachlass – gefüllt mit männlichen Akten alter Meister, Thonet-Stühlen, Sofas von Maria Callas und mit Goldfäden bestickten Kostümen – 1995 versteigert und enthüllte damit ein Leben, das so extravagant war wie seine Kunst.

Das Ballett Nurejew feierte im Dezember 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater Premiere, inszeniert von Kirill Serebrennikow und choreografiert von Juri Possochow. Serebrennikow, der wenige Monate zuvor wegen Veruntreuungsvorwürfen verhaftet worden war, konnte der Uraufführung nicht beiwohnen. Seine spätere Verurteilung und Verbannung aus Russland führten 2023 zum Verbot des Balletts wegen seiner LGBTQ+-Thematik.

Possochow, in der ukrainischen Stadt Luhansk geboren, ist trotz des anhaltenden Krieges weiterhin in Russland tätig. Der erste Akt des Balletts fängt Nurejews frühe Kämpfe und Triumphe eindrucksvoll ein, auch wenn Kritiker bemängeln, dass der zweite Akt nicht dieselbe emotionale Wucht entfaltet. Die großen Ensembleszenen und Solodarbietungen begeistern jedoch nach wie vor und sichern dem Stück einen Platz in der modernen Ballettgeschichte.

Nach dem Verbot in Russland erlebte die Produktion im Ausland eine Renaissance. Das Staatsballett Berlin zeigte am 21. März 2026 eine ausverkaufte Premiere, bei der das Publikum begeistert reagierte. Die Bühnenbilder, inspiriert von Nurejews prunkvollem Anwesen, spiegeln die größere als lebensgroße Persönlichkeit des Tänzers wider.

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Das Verbot in Russland hat den Ruf des Balletts als mutige künstlerische Aussage gefestigt. Sein internationaler Erfolg, insbesondere in Berlin, zeugt von Nurejews anhaltendem Einfluss und der Kraft seiner Geschichte. Die Produktion gastiert weiterhin und trägt sein Erbe zu neuen Zuschauern in aller Welt.

Quelle