29 December 2025, 06:33

Voigt ruft Thüringen zum „zweiten Aufbruch“ am Tag der Deutschen Einheit auf

Graffiti oder eine Skizze auf einer weißen Wand.

Voigt ruft Thüringen zum „zweiten Aufbruch“ am Tag der Deutschen Einheit auf

Am Tag der Deutschen Einheit rief Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt das Land auf, zu einem „zweiten Aufbruch“ zu finden. In seiner Rede betonte er die Notwendigkeit neuen Schwungs und zog Lehren aus dem Umgang Ostdeutschlands mit der Wiedervereinigung 1990.

Voigt würdigte zudem die Friedliche Revolution von 1989 als Grundstein des heutigen vereinten Deutschlands. Seine Worte fielen in eine Zeit, in der politische Führungskräfte sowohl die Fortschritte als auch die weiterhin bestehenden Unterschiede seit der Wiedervereinigung reflektierten.

Als Vorbild für die Gegenwart bezeichnete Voigt die Haltung der Ostdeutschen nach 1990: „Einfach machen, nicht alles totanalysieren, sondern die Ärmel hochkrempeln.“ Veränderung solle demnach als Chance begreifen werden, die Zukunft aktiv zu gestalten – und nicht als Grund für Zögern.

Kritischer äußerte sich der SPD-Landesvorsitzende Georg Maier. Er unterstrich, dass die Einheit noch nicht vollendet sei, solange das Pro-Kopf-Einkommen zwischen Ost und West weiterhin deutlich auseinanderklappe. Niedrigere Renten und Löhne im Osten seien sichtbare Zeichen der anhaltenden Ungleichheit. Frank Augsten, Fraktionschef der BSW, unterstützte diese Position und nannte die Lohnlücke zwischen den Regionen „inakzeptabel“. Trotz drei Jahrzehnten seit der Wiedervereinigung sorgen die wirtschaftlichen Disparitäten weiterhin für Debatten.

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Voigt hob zudem die Verdienste der Ostdeutschen um die Einheit hervor: „Ohne die Ostdeutschen gäbe es keine deutsche Einheit“, erklärte er. Seine Worte verknüpften die historische Bedeutung der Revolution von 1989 mit dem Appell, den Wandel weiter voranzutreiben.

Die Diskussionen am Tag der Deutschen Einheit zeigten sowohl Stolz auf das Erreichte als auch das Bewusstsein für die noch ungelösten Herausforderungen. Während die Forderungen nach einem neuen nationalen Aufbruch lauter werden, bleibt die wirtschaftliche Kluft zwischen Ost und West bestehen. Die Veranstaltung machte deutlich: Deutschland hat viel geschafft – doch es bleibt noch viel zu tun.