Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls löst Rücktrittsforderungen aus
Adriana HaufferKann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls löst Rücktrittsforderungen aus
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während großflächigem Stromausfall in die Kritik
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat heftige Kritik geerntet, nachdem er während eines massiven Stromausfalls in der Stadt Tennis gespielt hatte. Der Vorfall löste eine politische Kontroverse aus, in der Gegner ihm vorwarfen, ein schlechtes Gespür für die Lage gezeigt zu haben. Drei Parteien fordern seitdem seinen Rücktritt wegen der Affäre.
Der Blackout hatte am Samstagmorgen weite Teile Südwest-Berlins getroffen und etwa 100.000 Haushalte ohne Strom zurückgelassen. Wegner war früh über die Krise informiert worden und hatte stundenlang per Telefon die Einsatzkoordination geleitet. Rund fünf Stunden später unterbrach er seine Arbeit für eine Stunde – um Tennis zu spielen.
Zunächst behauptete der Bürgermeister, er habe den gesamten Tag im Homeoffice gearbeitet. Später räumte er sowohl das Tennismatch als auch eine Mittagspause ein. Trotz der Empörung wurde die Stromversorgung bereits einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt, und es gab keine schweren Verletzungen.
Die Oppositionsparteien AfD, BSW und FDP verlangten Wegners Rücktritt und argumentierten, sein Verhalten habe das Vertrauen der Bevölkerung untergraben. Kritiker warfen ihm vor, die Debatte lenke von den technischen Ursachen des Stromausfalls ab, die Experten zufolge für ein städtisches Netz nicht ungewöhnlich seien. Stattdessen drehe sich die Diskussion um Wegners persönliches Fehlverhalten – und nicht um die eigentlichen Infrastrukturprobleme.
Politikbeobachter wiesen darauf hin, dass der Streit ein größeres Muster in der aktuellen politischen Kultur widerspiegle: Oft würden persönliche Verfehlungen stärker thematisiert als sachliche Inhalte. Wegners Gegner wiesen jeden Versuch zurück, seine Krisenbewältigung als Erfolg zu werten – angesichts der öffentlichen Reaktion auf sein Tennis-Spiel.
Obwohl der Stromausfall schneller als erwartet behoben wurde und für die Betroffenen keine langfristigen Folgen blieb, hält die politische Nachwehen an. Wegners Gegner nutzen den Vorfall, um seine Führungskompetenz infrage zu stellen. Die Affäre hat zudem die Debatte neu entfacht, wie politische Auseinandersetzungen häufig von inhaltlichen Fragen auf persönliche Handlungen verlagert werden.
