29 January 2026, 22:24

Wer wusste wann von Martin Sellners umstrittenem Berlin-Besuch und dem AfD-Treffen?

Eine große Menschenmenge mit Schildern steht vor einem Gebäude in Berlin, mit Bäumen, Fahrzeugen und einem Lautsprecher zu sehen, unter einem klaren Himmel.

Wer wusste wann von Martin Sellners umstrittenem Berlin-Besuch und dem AfD-Treffen?

In Erfurt ist ein Streit darüber entbrannt, wer wann von dem Besuch des rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner in Berlin wusste. Behörden und Institutionen liefern nun widersprüchliche Angaben darüber, wie lange ihnen sein geplanter Auftritt in der Stadt bekannt war.

Die Kontroverse folgt auf ein nicht angemeldetes Treffen Sellners mit AfD-Politikern im Thüringer Landtag, bei dem er sein "Remigrations"-Konzept erläuterte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Stadt Erfurt erfuhr erstmals Anfang Januar von Sellners geplanter Veranstaltung in Berlin. Die rechtsextreme Identitäre Bewegung hatte die Behörden über die für Montagabend in einer lokalen Gaststätte anberaumte Veranstaltung informiert.

Die Thüringer Landespolizei behauptet jedoch, bereits Ende 2025 von Sellners Reiseplänen nach Berlin gewusst zu haben. Auch der Verfassungsschutz bestätigte, etwa zehn Tage vor dem Termin von dem Besuch Kenntnis gehabt zu haben. Doch ein Sprecher der Stadt besteht darauf, dass die Polizei sie erst am Montagnachmittag unterrichtet habe.

Vor der öffentlichen Veranstaltung in Berlin traf Sellner im Landtag mit AfD-Vertretern zusammen, darunter der Fraktionsvize Daniel Haseloff. Für das Treffen gab es weder eine vorherige Anmeldung noch Sicherheitskontrollen. Unklar bleibt, wer Sellner ursprünglich über die bereits Monate zuvor geplante Veranstaltung in Berlin informiert hatte.

Die widersprüchlichen Darstellungen werfen Fragen zur Kommunikation zwischen den Behörden auf. Stadt, Polizei und Verfassungsschutz stehen nun in der Kritik wegen ihres Umgangs mit Sellners Besuch in Berlin. Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme, die den Zeitplan der Benachrichtigungen klärt.