22 February 2026, 08:10

Wie eine Flaschenpost aus dem 19. Jahrhundert moderne Wissenschaft inspiriert

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Wie eine Flaschenpost aus dem 19. Jahrhundert moderne Wissenschaft inspiriert

Eine einfache Flasche, die ins Meer geworfen wird, kann mehr als nur Worte tragen – sie kann Jahrhunderte der Geschichte in sich bergen. Von antiken Seefahrern bis zu modernen Forschern dienten Flaschenposten den unterschiedlichsten Zwecken: von wissenschaftlichen Studien bis hin zu geheimen Botschaften. Eine kürzlich entdeckte Flasche lässt sich auf ein Forschungsprojekt deutscher Wissenschaftler aus dem 19. Jahrhundert zurückverfolgen.

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Die Praxis, Botschaften in Flaschen auf die Reise zu schicken, reicht Tausende von Jahren zurück. Schon die alten Griechen und Römer nutzten sie zur Kommunikation, und Christoph Kolumbus versiegelte 1493 eine berühmte Notiz, um seine Entdeckung Amerikas festzuhalten. Im Laufe der Zeit übernahmen diese treibenden Behälter neue Rollen – manche waren sogar mit Spionage verbunden, wobei der falsche Finder ernsthafte Gefahr laufen konnte.

Zwischen 1864 und 1936 machte die Deutsche Seewarte (heute Teil des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie) aus dieser uralten Methode ein wissenschaftliches Instrument. Forscher setzten rund 60.000 Flaschenpost-Karten aus, um Meeresströmungen zu kartieren. Davon wurden etwa 4.025 – knapp 7 Prozent – wiedergefunden, vor allem im Nordatlantik, in der Nordsee und in der Ostsee. Eine dieser Flaschen wurde von der Star Flyer ausgesetzt, einem viermastigen Barkentiner, der zwischen Madeira und Gran Canaria unterwegs war.

Erst 2015 schickte ein deutsches Ehepaar, Jörg und Cornelia Wanke, von einem Kreuzfahrtschiff aus ihre eigene Botschaft auf die Reise. Ihre Flasche reiht sich in die lange Tradition treibender Nachrichten ein und beweist, dass selbst im digitalen Zeitalter die Faszination einer Flaschenpost die Fantasie beflügelt.

Die geborgenen Flaschen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert lieferten Ozeanografen wertvolle Daten. Ihre Erkenntnisse halfen, frühe Strömungskarten zu verfeinern und das Verständnis der Schifffahrtsrouten zu vertiefen. Noch heute sind diese treibenden Botschaften eine seltene, aber beständige Verbindung zwischen den Entdeckern der Vergangenheit und der modernen Wissenschaft.