27 March 2026, 14:18

Wie Populisten gezielt Misstrauen gegen Institutionen schüren und Demokratien gefährden

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Wie Populisten gezielt Misstrauen gegen Institutionen schüren und Demokratien gefährden

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber öffentlichen Institutionen wächst. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie sich Skepsis gegenüber Gerichten, Wissenschaft und Medien ausbreitet – und kommt zu dem Schluss, dass diese Zweifel kein Zufall sind, sondern gezielt von populistischen Strategien geschürt werden.

El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, zeigt auf, wie sich Menschen von traditionellen Institutionen abwenden und stattdessen enge digitale Netzwerke bilden – sogenannte "Gemeinschaften des Misstrauens". Innerhalb dieser Gruppen verlagert sich das Vertrauen auf jene, die ihre Skepsis bestätigen, oft mit einer Neigung zu Parteien, die sich gegen die liberale Demokratie stellen.

Seine Arbeit erklärt den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der deutschen AfD. Die Partei, 2013 als euroskeptische Gruppierung gegründet, erreichte bei der Bundestagswahl im selben September 4,7 Prozent. 2014 holte sie sieben Prozent bei der Europawahl – entgegen frühen Prognosen über ihr Scheitern. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die AfD vom gemäßigteren Konservatismus hin zum rechtspopulistischen Lager; interne Machtkämpfe drängten bis 2015 ihren liberalen Flügel aus der Partei.

Laut El-Mafaalani reicht es nicht aus, die Inkompetenz der AfD bloßzustellen, um das Vertrauen in die Demokratie bei ihren Anhängern wiederherzustellen. Populistische Führer, so seine These, untergraben gezielt das Vertrauen in staatliche Systeme. Seine Erkenntnisse deuten darauf hin, dass neue Ansätze nötig sind, um der Ausbreitung des Rechtspopulismus entgegenzuwirken.

Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", hebt El-Mafaalannis Arbeit als zentral für das Verständnis aktueller politischer Verschiebungen hervor. Bei der Bundestagswahl 2025 scheiterte die FDP am Einzug in den Bundestag – ein weiteres Indiz für die Rechtsentwicklung in Deutschland.

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El-Mafaalannis Analysen zeigen einen klaren Trend: Misstrauen ist nicht nur eine Reaktion, sondern eine Strategie. Während digitale Netzwerke diese "Gemeinschaften des Misstrauens" stärken, prägen sie die politischen Landschaften neu. Seine Forschung liefert einen Rahmen, um die Herausforderung zu bewältigen – ohne auf veraltete Taktiken zu setzen.

Quelle