Wiener Festwochen 2024: Zwischen Begeisterung und kontroversen Debatten
Berndt MitschkeWiener Festwochen 2024: Zwischen Begeisterung und kontroversen Debatten
Die Wiener Festwochen endeten mit gemischten Reaktionen auf ihre Produktionen. Einige Aufführungen wurden begeistert gefeiert, andere blieben hinter den Erwartungen zurück. Das von Milo Rau geleitete Festival löste zudem gesellschaftspolitische Debatten aus und verzeichnete laut eigenen Angaben Rekordbesucherzahlen.
Raus eigene Inszenierung Republik der Götter konnte das Publikum während des Festivals nicht überzeugen. Susanne Kennedys Parsifal wurde als statisch kritisiert, und Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 erinnerte eher an einen trockenen Vortrag. Demgegenüber stach Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben als Höhepunkt hervor.
Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete große Anerkennung, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel blieben in Erinnerung. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor entwickelte sich zu einem kraftvollen Statement gegen Gewalt. Dagegen enttäuschte Gob Squads partizipatives Stück Turn als Publikumsexperiment.
Rau behauptete, das Festival habe 196.000 Besucher angelockt – eine Zahl, die noch nicht unabhängig bestätigt wurde. Unter seiner Leitung sank die Auslastung der Veranstaltungen jedoch kontinuierlich. Zudem prägte Rau die öffentliche Diskussion mit Kontroversen um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco.
Das Festival präsentierte sowohl gelungene als auch schwächere Produktionen. Raus Führung lenkte den Fokus auf gesellschaftspolitische Themen, warf aber auch Fragen zu den Besucherzahlen und nachlassendem Interesse auf. Die künstlerische und organisatorische Bilanz der Festwochen bleibt weiterhin Diskussionsgegenstand.






